Hier ist alles Honig. Zuerst der Griff: Das schimmernde Ahorn-Wurzelholz sieht eher gegossen als geschnitzt aus, ein tiefes, sonnensattes Gelb, in dem dunkle Knoten treiben wie die letzten Pollenkörner in einem frisch abgefüllten Glas. „Bernsteinbienenstock“ ist ein Messer des Südens, entstanden im Licht, dort, wo die Sommer lang sind und die Bienen unermüdlich fliegen. Wer es in die Hand nimmt, steht wie im August mitten im Bienenstand, umgeben von warmem Summen, und hat das Gefühl, das Licht komme aus dem Holz selbst.
In der Mitte des Messers liegt der Bienenstock. Auf der Mittelbacke reihen sich die sechseckigen Waben Zelle an Zelle, jede genau an ihrem Platz, so wie die Arbeiterinnen bauen. Die Blattranke der Feder läuft hindurch bis zur Biene, als Bild für die Blüten, die die Bienen anfliegen, und für den Weg des Nektars bis in die Wabe. Ganz oben hält die geometrische Biene Wache, die facettierten Flügel weit geöffnet, Herrin über ein goldenes Reich.
Wer „Eisbienenstock“ kennt, erkennt in diesem Messer sofort das Gegenstück. Das Messer aus dem Norden brachte die Waben von einer weiten Reise heim und bewahrte sie als Erinnerung auf seinem weißen Elfenbein. „Bernsteinbienenstock“ ist das Land, an das es sich erinnert. Weiß im Norden, Gold im Süden, Grün im Wald: Drei Messer erzählen von demselben Bienenstock aus drei Landschaften, und jedes hat seine eigene Königin. Dieses hier ist der Süden zum Mitnehmen, ein Stück Sommer für die Tasche.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers













