Ein Kellnermesser aus Schlangenholz mit heller Weintraube erzählt die Geschichte des Weins, den es öffnet: den Weg aus dem Dunkel ans Licht. Unten im kühlen Gewölbe ruht die große Flasche im Schatten, verborgen zwischen Staub und Stein, bis eine Hand sie heraufholt und in den Schein der Tafel stellt. Genau diesen Übergang zeichnet der Griff nach. Der tiefe, rotbraune Grund steht für das Dunkel der Cave, die helle Traube aus Wacholder und Buchs für den Augenblick, in dem der Wein ins Licht tritt. Auf keinem anderen Holz der Reihe wirkt das Motiv so herausgehoben.
Beim Öffnen einer großen Flasche dreht sich die konische Spirale sauber in den Korken, und der einfache Hebel hebt ihn in einem einzigen Zug heraus, während der dichte Wuchs des Schlangenholzes dem Ansatz einen festen Sitz ganz ohne Spiel gibt. Kein Holz der Reihe ist so dicht gewachsen wie dieses, was man der feinen, geschlossenen Zeichnung ansieht, die den Grund fast wie poliert erscheinen lässt, obwohl er nur seidenmatt satiniert ist. Die helle Weintraube ertastet der Finger nicht, weil die Einlage bündig im Grund sitzt und die Fläche durchgehend glatt bleibt – allein das Auge unterscheidet die hellen Hölzer noch vom dunklen Grund.
Hinter dem dunklen Grund steckt das gleiche sichere Handwerk wie in jedem Laguiole aus dem Aubrac, nur wiegt der Fehler hier schwerer: Schlangenholz ist hart und teuer, und jede Vertiefung für Beere und Blatt muss auf Anhieb sitzen. Über dem Hebel sitzt die klassische Biene, an der ein echtes Laguiole zu erkennen ist. Wer sich für dieses handgefertigte Sommeliermesser entscheidet, bekommt kein Dekor von der Maschine, sondern eine helle Traube, die von Hand in eines der edelsten Hölzer überhaupt gesetzt wurde, ein Weinöffner für die großen Abende der Cave.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers










