Wer ein Kellnermesser aus Ebenholz und Knochen neben die Flasche legt, wählt den härtesten Kontrast, den diese Reihe kennt. In der Sprache des Weins heißt dieses Gegeneinander Spannung: jener Punkt, an dem eine helle, ziehende Säure und ein dunkler, tragender Körper einander die Waage halten. Genau das übersetzt das Schachbrett in Material, der cremeweiße Knochen zieht den Blick ins Licht, das tiefschwarze Ebenholz führt ihn in die Tiefe. Einen Chinon von der Loire so zu öffnen heißt, das Einschenken einem Gegenstand anzuvertrauen, der dieselbe Sprache spricht wie der Wein im Glas.
Anders als ein Griff aus einem einzigen Stoff entsteht dieses Bild aus zwei Werkstoffen ohne alle Verwandtschaft. Der Knochen kommt vom Tier, das Ebenholz von einem der schwersten Bäume der Tropen, und beide reagieren unter der Klinge verschieden. Feld für Feld fügt der Messermacher die Einlagen ins Schachbrett, bis Weiß und Schwarz einander sauber ablösen, und schleift danach beide auf denselben tiefen Glanz, obwohl sie ungleich unter dem Werkzeug arbeiten. Der runde Verlauf folgt der Wölbung der Griffschalen, sodass das Muster ohne Bruch über die volle Länge läuft. Erst diese Verbindung aus tierischem und pflanzlichem Werkstoff in einem brillanten Griff macht das Modell einzigartig.
Hinter dem strengen Wechsel von Hell und Dunkel steckt dasselbe genaue Handwerk wie bei jedem Laguiole aus dem Aubrac. In Frankreich richtet der Messermacher jede Einlage so aus, dass die runde Kante überall gleich fein bleibt, und prüft am Ende jedes Stück einzeln. Über dem Hebel sitzt die klassische Biene, an der ein echtes Laguiole zu erkennen ist. Wer sich für dieses handgefertigte Sommeliermesser entscheidet, bekommt ein echtes Schachbrett aus Bein und Holz, dessen zwei Farben dieselbe Spannung halten wie ein großer Wein zwischen Frucht und Struktur.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers















