Schwarz auf einer Maser ist etwas anderes als Schwarz auf einem geraden Holz. Der Farbstoff zieht dort am tiefsten ein, wo die Fasern durcheinanderlaufen, und weniger tief, wo das Gewebe dicht gewachsen ist. Am Ende steht kein einheitliches Schwarz, sondern ein Wechsel aus tiefschwarzen Zonen und grauen, in denen die Zeichnung durchscheint. Dunkel, wo das Holz offen war, grau, wo es dicht war: Das ist die Regel, nach der sich dieser Griff lesen lässt. Genau diese Unruhe ist gewollt, und sie fällt unter dem Hochglanz stärker aus als auf einer satinierten Fläche.
Aufgeklappt wird mit dem Daumennagel, und ein trockener Laut zeigt an, dass die Rückenfeder hinter dem Klingenfuß sitzt. Die Yatagan-Form gibt der Klinge dabei ihre Linie, an der ein Laguiole zu erkennen ist. Eine Verriegelung fehlt dabei ganz. Die Feder hält durch Druck, nicht durch eine Sperre, und deshalb bleibt dieses Messer in Deutschland ein gewöhnliches Taschenmesser. Beim Schließen übernimmt der Innenanschlag und hält die Schneide vom Stahl der Feder fern. Ein dunkler Griff verzeiht einem Alltagsmesser, dass es tatsächlich benutzt wird, und das ist bei Schwarz der eigentliche praktische Gewinn.
Für die Klinge wird Sandvik-Stahl aus Schweden verwendet, fein genug für eine schmale Schneide, die lange durchhält. Zum Nachziehen reicht ein gewöhnlicher Stein, ohne Spezialgerät. Ein Ölfilm ist nicht vorgesehen, weder auf der Klinge noch auf dem Griff. Das Harz hat die Poren gefüllt, deshalb zieht nichts mehr ein, und Öl oder Wachs würden auf der polierten Fläche nur einen matten Film hinterlassen. Dunkle Griffe zeigen Fingerspuren deutlicher als helle, und ein trockenes Tuch nimmt sie sofort wieder ab. Ein Zertifikat mit Nummer liegt bei.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers















