Das Rot dieser Pappelwurzel hat nichts mit einem von Natur aus roten Holz wie Red Heart zu tun. Dort bringt das gewachsene Holz seine Farbe selbst mit, hier legt der Mensch sie in ein von Haus aus helles Maserholz. Und genau das macht den Unterschied: Nicht die Farbe zeichnet das Muster, sondern das wilde Wuchsbild der Wurzel gibt der Farbe ihre Struktur. Die Pappel ist ein unscheinbarer, häufiger Baum, kaum je mit Luxus verbunden. Erst wenn sie eine Wurzel oder eine Wucherung bildet und diese Knolle glutrot gefärbt und unter Druck stabilisiert wird, entsteht ein Griff, der jeder Erwartung an ein schlichtes Holz widerspricht.
Am Tisch geht dieses Rot eine natürliche Verbindung mit dem Wein ein. Der glutrote Griff nimmt den Ton eines jungen Bordeaux oder einer dunklen Syrah vorweg, und wenn der Wein in das Glas läuft, antworten sich Robe und Holz in verwandten Rottönen. Im Kerzenlicht wirkt der Griff geradezu heiß, auf hellem Tuch dagegen ordnet sich die Glut und zeigt ihre feine Zeichnung. Wo ein dunkles Holz Zurückhaltung übt, sucht das rote Maserholz offen die Nähe zum Getränk. Es begleitet einen kräftigen Roten ebenso wie einen zart schimmernden Rosé und bleibt dabei ein präzises Werkzeug, das jede Kapsel sauber öffnet.
Hinter dem auffälligen Ton steht dasselbe strenge Handwerk wie bei jedem Laguiole. Jedes Stück wird in Frankreich bei Laguiole en Aubrac von Hand montiert, die glutrote Wurzel in Form geschliffen und von zwei blanken Edelstahlbacken eingefasst, deren kühler Ton das warme Rot noch steigert. Über dem Hebel wacht die klassisch geschmiedete Biene, das Echtheitszeichen der Manufaktur. Wer sich für ein handgefertigtes Kellnermesser aus Pappel Wurzelholz in Rot entscheidet, bekommt weit mehr als einen Farbeffekt, nämlich ein Holz, dessen Glut aus der eigenen Zeichnung kommt und Flasche für Flasche gleich lebendig bleibt.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers















