Hier wurde das Holz mit Wasser gemalt, nicht mit Öl. Auf dem Griff laufen die Farben aus wie auf einem feuchten Blatt Papier: ein tiefes Zinnober, das an einer Seite entlangzieht, gebrannte Erdtöne, die sich hineinmischen, ein Fleck Schieferblau, der alles ein wenig abkühlt, dann Ocker, Gold und jene cremefarbenen Lichter, an denen die Augen des Holzes die Farbe verweigert haben. Nichts hat eine Kontur. Alles verläuft, tritt über die Ufer, sammelt sich neu, und erst wenn man das Messer umdreht, zeigt die andere Seite ein völlig anderes Bild mit eigenem Licht.
Dann kommt Metall ins Bild. Zwei geschwungen ausgeschnittene Kupferplatinen rahmen die Feder in tiefem Orangerosé, an den Enden schließen gebürstete Messingbacken den Griff mit einem matten, helleren Schimmer. Zwei warme Metalle, die einander antworten und doch klar getrennt bleiben. Dazwischen erzählt die Feder ihre Geschichte in drei Takten: lange ziselierte Flammen, Perlenbänder, sorgfältig Perle an Perle gesetzt, und kleine vierblättrige Rosetten in ihren quadratischen Kartuschen, wie gepresste Blüten.
Ganz oben setzt die Biene ihre Signatur unter das Bild. Ringsum von einer Perlschnur umschlossen, wirkt sie eher gefasst als geschnitten. Ihr Kopf nimmt die vierblättrige Rosette der Feder wieder auf, die Flügel öffnen sich zu zwei breiten, perlengesäumten Tropfen mit einer Reihe vertiefter Punkte, und ihr Körper ist fein und gleichmäßig gerippt. In das Metall graviert ist sie nicht, sie sitzt darin wie ein Stein in seiner Fassung. Darin liegt das ganze „Goldene Aquarell“: ein Holz, in dem die Farbe frei verlaufen durfte, ein Dekor aus Messing und Kupfer, der sie hält, und diese Biene als letzter Pinselstrich des Malers.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers













