Ein Kellnermesser aus Buchsbaum mit eingelegter Weintraube reift wie ein guter Weißwein. Beim Kauf ist der Buchsbaum blass und zurückhaltend, ein heller, cremefarbener Grund. Mit den Monaten im Dienst am Wein aber goldet er nach und nimmt den honigblonden Ton an, den ein gereifter Chenin im Glas zeigt. Die Beeren aus Nussbaum und das Blatt aus Palisander vertiefen sich derweil ins Dunkle, sodass der Kontrast zwischen Traube und Grund von allein wächst, ohne Pflege und ohne Firnis, allein durch die Hände und die Flaschen, die er geöffnet hat. So schreibt dieses Sommeliermesser seine eigene Dienstgeschichte fort, Beere um Beere, Jahrgang um Jahrgang.
Senkt sich die konische Spirale in den Korken eines alten Jahrgangs, gibt der feinporige Buchsbaum dem Hebel einen ruhigen Ansatz, und die satinierte Fläche wärmt die Handfläche wie der Stiel eines Glases, das man hält. Die eingelegte Weintraube spürt man dabei nicht, denn die Intarsie liegt bündig im Holz und die Oberfläche bleibt durchgehend glatt, erst das Auge trennt die drei Hölzer voneinander. Kommt der Korken aus dem Hals, ruht der Griff mit dem Motiv zu den Gästen hin auf dem Tisch, eine hölzerne Visitenkarte für den Wein, den er eben geöffnet hat.
Hinter dem hellen Holz steckt dieselbe genaue Handarbeit wie bei jedem Laguiole aus Frankreich. Traube und Blatt werden aus dünnen Platten geschnitten und von Hand in Vertiefungen gepasst, die zuvor auf den Zehntelmillimeter in den Buchsbaum gearbeitet wurden. Über dem Hebel sitzt die klassische Biene, an der ein echtes Laguiole zu erkennen ist. Wer sich für dieses handgefertigte Sommeliermesser entscheidet, bekommt kein bedrucktes Dekor, sondern ein Bild aus echtem Holz, dessen Maserung an keinem zweiten Griff genau gleich verläuft und dessen heller Grund über die Jahre eine ganz eigene, goldblonde Patina ansetzt.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers















