Ein Kellnermesser aus lila Kamelknochen beruht auf einem Naturmaterial, das Farbe ungewöhnlich gut aufnimmt. Kamelknochen ist dichter und großflächiger als der Knochen vieler anderer Tiere, und seine feine, offene Porenstruktur zieht den Farbstoff besonders tief ein. Beim Durchfärben wandert ein sattes Purpur in die ganze Masse, sodass die Farbe auch an den Kanten und über die Jahre erhalten bleibt. Was dabei entsteht, ist kein gleichmäßiger Lack, sondern ein lebendiges Weinrot, unter dem die hellere Eigenzeichnung des Knochens weiter durchscheint. So gewinnt der Griff die Tiefe eines reifen Roten, von einem kräftigen Bordeaux bis zum samtigen Burgunder.
Am Sommeliermesser entfaltet das Purpur seine ganze Wirkung erst im Wechsel des Lichts. Mal wirkt es dunkel und fast schwarz, mal leuchtet es warm und rubinrot, wenn eine Kerze oder das Abendlicht darauffällt. Weil die helle Knochenaderung in wechselnden Tiefen unter dem Pigment liegt, verschiebt sich das Bild mit jedem Blickwinkel, während die Farbe selbst unverändert bleibt. An der Weintafel setzt dieser Griff einen warmen, festlichen Ton und steht kräftigen Rotweinen besonders nahe. Anders als ein ungefärbtes, gewachsenes Stück behält der durchgefärbte Kamelknochen sein Weinrot ruhig über die Jahre.
Hinter dem kräftigen Purpur steht das genaue Handwerk jedes Laguiole. In Frankreich bei Laguiole en Aubrac wird jede Schale aus dem durchgefärbten Knochen getrennt, von Hand geschliffen und zwischen zwei Backen gefasst, ehe sie einzeln abgenommen wird. Über dem Hebel sitzt die klassische Biene, an der sich ein echtes Laguiole erkennen lässt. Wer dieses handgefertigte Sommeliermesser in die Runde legt, bekennt Farbe und wählt zugleich ein Naturmaterial mit Charakter. So öffnet sich Flasche um Flasche mit einem Griff, dessen Weinrot zu jedem großen Roten passt.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers















