Die Winzer von Collioure bewirtschaften Terrassen, die steil ins Meer abfallen, und ihre Reben sehen tagein, tagaus dasselbe Blaugrün, das der Türkis in den Griff holt. Dieser Ton ist keine Farbe des Wachstums, sondern des Gesteins, und genau darin liegt sein Reiz: Er antwortet keinem Holzton und keiner Hornzeichnung, sondern der Farbe des Wassers selbst. Wird eine Flasche Weißwein aus Patrimonio über einer zum Meer hin gedeckten Tafel entkorkt, treffen sich die Farbe der Lagune, die salzige Spannung im Glas und der kühle Stein des Griffs zu einem stimmigen Bild, das am Tisch niemand eigens erklären muss.
Am Abend, wenn die letzten Gläser eines korsischen Rosés im Kerzenlicht kreisen, wechselt der Türkis den Ausdruck: Das helle Blaugrün des Tages dunkelt nach, und die braune Äderung der Matrix tritt deutlicher hervor, als lege der Stein eine nächtliche Tiefe an, die das Tageslicht noch verborgen hielt. Unter den Fingern bleibt die polierte Fläche kühl und seidig glatt, ganz anders als der warme Ton, den ein Naturmaterial an gleicher Stelle gäbe. Über dem Hebel sitzt die klassische Biene, an der ein echtes Laguiole zu erkennen ist.
Wer diesen Sommelier aus Türkis verschenkt oder selbst führt, weiß längst, wo er zum Einsatz kommt: auf einer Terrasse mit Blick aufs Wasser, bei Flaschen, die nach Meersalz und trockenen Kräutern duften. Das kühle Blaugrün braucht kein weiteres Wort, denn seine Farbe sagt schon alles über die Weine, für die dieser Weinöffner gemacht ist. Und wer den kühlen Ton dieses Steins einmal im Kerzenschein gesehen hat, greift danach zu keinem Griff mehr so gern wie zu diesem Begleiter, der zwischen zwei Flaschen die Farbe des Mittelmeers auf die Tafel legt.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers















