Ein Schachbrett auf einem Messergriff entsteht nicht Feld für Feld. Der Messermacher verleimt zuerst Leisten der beiden Hölzer abwechselnd zu einem Block, trennt diesen Block quer wieder auf und verleimt ihn ein zweites Mal, um eine Leistenbreite versetzt. Erst dann steht das Raster fest. Diese Vorarbeit wird andernorts längst als fertige Platte eingekauft, hier entsteht sie im eigenen Betrieb, und das ist der Grund, warum sich Feldgröße und Holzpaarung überhaupt frei wählen lassen. Was am Ende auf dem Griff liegt, hat vor dem ersten Schnitt bereits zwei Verleimungen hinter sich, und jede davon muss über die volle Länge des Blocks halten.
Für Brot am Rastplatz und für alles, was sonst unterwegs zu öffnen ist, reicht diese Klingenlänge. Herausgeholt wird die Yatagan-Klinge mit dem Daumennagel, sie folgt ihrer schlanken Linie bis zum Anschlag und bleibt dort, gehalten von der Rückenfeder, die auf den Klingenfuß drückt. Eine Verriegelung gehört nicht zu dieser Bauart, festgestellt wird also nichts, und das unterscheidet dieses Modell vom feststellbaren Messer. Auf dem Rückweg bremst der Innenanschlag die Schneide, kurz bevor sie den Federrücken erreichen könnte, und diesem verdeckten Bauteil verdankt das Messer seine Schärfe über Jahre.
Auf den Griff gehört kein Öl. Es zieht an den Fugen zwischen den Feldern anders ein als in der Fläche und zeichnet dort mit der Zeit dunkle Ränder, weshalb ein trockenes Tuch über Holz und Metall die einzig richtige Pflege bleibt. Auf die Schneide gehört ebenfalls keines, ein trockener Zug reicht ihr. Geschliffen ist sie aus schwedischem Sandvik-Stahl, der eine feine Schneide annimmt und sie im Gebrauch lange hält, auch bei täglichem Einsatz, und nachschärfen lässt er sich auf jedem Stein, den eine Küchenschublade hergibt. Beigelegt ist ein Zertifikat mit eigener Nummer.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers















