Ein heller Griff verändert das Verhältnis zum Metall. Das helle Grau des polierten Stahls steht neben Cremeweiß eher als Verwandter denn als Gegensatz, die Backen setzen sich vom Heft nur durch den härteren Glanz ab, und das gefeilte Muster bleibt trotzdem das Dunkelste am ganzen Stück. Im Inneren sitzt eine Klinge aus Edelstahl in der schmalen Yatagan-Form, mit dem Nagelhau am Rücken, und kein zweites Werkzeug liegt daneben. Ausgeklappt rastet sie sauber ein und steht ohne Wackeln, eingeklappt läuft sie gegen einen verdeckten Stopper, der die Schneide vom Federrücken fernhält.
Die Fertigung folgt derselben Reihenfolge wie bei jedem Modell des Hauses, nur dass der Griff mehr Stationen durchläuft. Zuerst entsteht die Feder mit der Biene aus einem einzigen geschmiedeten Teil, dann kommt die Feilarbeit auf Feder und Backen, danach wird das Heft gedreht, angepasst und poliert. Zuletzt gehen die Bauteile zusammen, und dabei muss der Übergang von der Backe zum Knochen ohne Absatz sitzen, sonst wandert die Fingerkuppe an dieser Stelle über eine kleine Kante, statt in die erste Rille zu gleiten.
Im Alltag ist das ein pflegeleichtes Stück, solange es trocken bleibt. Knochen nimmt kein Fett auf und verlangt kein Öl, ein Tuch nach dem Gebrauch genügt, und in den Rillen sammelt sich weniger, als man erwartet, weil die Politur nichts festhält. Von längerem Liegen im Spülwasser hält man es fern, wie jedes Naturmaterial an einem Messer, und ein heller Griff verrät ohnehin sofort, wenn er einmal vergessen wurde. Andererseits verzeiht er Gebrauchsspuren besser als ein dunkler, denn eine feine Kratzspur geht auf Cremeweiß unter, während sie auf schwarzem Hochglanz als heller Strich stehen bleibt. Dazu kommen ein Baumwollbeutel und ein nummeriertes Echtheitszertifikat, und wer eine Widmung möchte, bekommt eine Gravur ohne Aufpreis auf einer der beiden Backen.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers















