Der Griff hat die Farbe von altem Gold: ein tiefes Senfgelb, durchzogen von Bändern aus Bernstein, Honig und Creme, in die hier und da dunkle Adern schneiden. Gezeichnet hat diese Bänder niemand. Es sind die Lamellen eines Mammutmolars, Schicht um Schicht zu Lebzeiten des Tiers gewachsen und anschließend über Jahrtausende im gefrorenen Boden bewahrt. Man könnte meinen, das Material stamme aus einem Tempelschatz, aus einer Zeit, in der Gold keinen Preis hatte, sondern eine Bedeutung.
Die Ziselierung hat etwas von einem Ritual. Unter der Biene öffnet sich ein punziertes Feld wie ein Tor, und aus ihm wächst die Girlande heraus, Blatt um Blatt, hin und her um einen Stiel, der sich ohne Ende windet. Jedes Blatt wurde für sich umrissen, vertieft und geädert, auf wenigen Millimetern Breite, wo kein Fehlschnitt zu verbergen wäre. Am Ende der Feder hört die Girlande nicht auf, sondern klettert auf die hintere Backe und schließt sich dort in kleinen punzierten Dreiecken, als wäre das Messer einmal ganz umwickelt worden.
Und alles strebt auf einen Punkt zu. Ganz oben steht die Biene, streng symmetrisch und feierlich wie ein Pektorale aus der Hand eines Goldschmieds: der Leib eine Leiter aus Sprossen, die Flügel zwei Mandeln aus Glanz und Punzierung, gerillte Fächer oben und unten, und auf dem Kopf eine offene Blüte, die sie trägt wie ein Gestirn. Die Szene stellt sich fast von selbst ein: die Klinge zum Himmel erhoben, die Biene der Sonne zugewandt, und eine Menge, die den Atem anhält, bis die Biene sich löst und davonfliegt. „Sohn der Sonne“ gehört zu den Dingen, denen man beim Aufklappen anmerkt, dass sie nie ganz bloß Werkzeug waren.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers

Braunes Gürteletui "Le Millésime" Horizontal
Braune horizontale Lederscheide 













