Ein Kellnermesser aus Morado entlehnt seinen Werkstoff einem Erdteil, in dem edles Holz kein Luxus ist, sondern selbstverständlich zu den Wäldern gehört. Unter Gitarrenbauern heißt das Morado Pau Ferro, und seit Generationen dient es für die Griffbretter hochwertiger Instrumente, die lange klingen sollen. Diese Essenz in ein Sommeliermesser zu übertragen gibt dem Öffnen einer Flasche denselben Nachhall wie ein sauber gegriffener Akkord: klar und präzise, für jeden, der ihm zuhört. Schon im Ruhezustand wirkt der dunkle, violett getönte Griff kostbar und verlangt geradezu nach einem großen, lange gereiften Roten.
Die glänzende Ausführung verlangt dem Coutelier eine sorgfältige Arbeit ab, die das Morado mit Tiefe belohnt. Weil das Holz außergewöhnlich dicht ist, nimmt es einen weit getriebenen Schliff an, unter dem die violetten Streifen und die schwarzen Adern wie unter einer Glasschicht zu schweben scheinen. Erst das direkte Licht holt diese Tiefe ganz hervor, und mit jeder Drehung des Griffs verschiebt sich das Bild. Weil das dichte Tropenholz kaum Feuchtigkeit aufnimmt, bleibt die Fläche auf Dauer dicht und satt leuchtend, was einem Werkzeug zugutekommt, das vom kühlen Keller bis auf die warme Tafel im Einsatz ist.
Wer dieses violette Sommeliermesser verschenkt, wählt die bewusste Seltenheit. Das Morado wächst weder in Europa noch in Afrika, es kommt allein aus den tropischen Wäldern Südamerikas, und sein spanischer Name, zu Deutsch Violett, hebt es von jeder anderen Essenz ab. In Frankreich bei Laguiole en Aubrac wird jeder Griff von Hand montiert und einzeln geprüft, samt der klassischen Biene über dem Hebel, an der ein echtes Laguiole zu erkennen ist. So hält der Beschenkte einen Griff, den ein Weinfreund auf den ersten Blick erkennt und nach dem zweiten nicht wieder vergisst.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers















