Man könnte meinen, dieses Messer sei am Rand einer alten Mauer entstanden, überwuchert von Efeu, dort, wo warme Steine auf das kühle Blätterdunkel treffen. Der Griff aus goldener Amboina-Maser verströmt ein weiches, fast bernsteinfarbenes Licht. Gold-, Honig- und hellbraune Nuancen mischen sich wie die letzten Sonnenreflexe eines langen Tages auf altem Holz.
Am oberen Ende thront die Biene. Ihre breiten, großzügigen Flügel öffnen sich wie eine einladende Geste und vermitteln zugleich dieses Gefühl von Umarmung, von Schutz. Unter der scheinbaren Strenge ihrer Linien treten feine, skulptierte Formen hervor, mit zwei kleinen runden Punkten an der Basis – ein geheimes Detail für jene, die sich Zeit zum Hinsehen nehmen. Kopf und Körper, ebenfalls sorgfältig ziseliert, erschaffen eine Biene, die in ihrer Funktion klassisch bleibt und doch in ihrem Ausdruck ganz eigen ist.
Die Rückenfeder ist ein Miniaturgarten. Pflanzliche Motive ziehen sich von der Basis bis hinauf zur Biene, wie Ranken, die einen Stamm emporwachsen. Eine Blüte und Efeublätter treten hervor und machen in der Mitte Platz für dreieckige, grafischere Formen, bevor der Dekor wieder ins Vegetabile zurückkehrt und bis zur unteren Mitre reicht. Die gravierten Mitres nehmen dieses Spiel aus Blättern und Schwüngen wieder auf und lassen den Schmuck der Rückenfeder dezent in die Spitze des Messers übergehen.
Zwischen Metall und goldener Amboina-Maser ziehen rote Zwischenlagen einen feinen Glutfaden. Dieser Farbrand unterstreicht die Wärme des Holzes, als ob der Efeu, der sich um den Stein schlingt, an manchen Stellen die Glut eines alten Feuers erahnen ließe. Umarmung des Efeus wirkt wie ein Messer, das zugleich hält und gehalten wird, das umschließt und umschlungen ist – ein Stück, in dem Biene, Holz, Efeu und goldenes Licht in einer gemeinsamen Bewegung miteinander sprechen.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers

















