Man muss sich die Ernte vorstellen. Irgendwo auf einer Insel der Molukken hat ein Baum diesen Honig über Jahrzehnte bereitet. In seinen Maserknollen hat er die Süße langsam verwirbelt, Volute um Volute, Jahr um Jahr: helles Karamell, warmer Bernstein, rötliches Gold, und dazwischen kleine braune Knoten, die wie die Schätze eines wilden Bienenvolks in der Masse schweben. Kein Imker hat diesen Honig geerntet. Der Wald selbst hat ihn eingelagert, und der Messermacher musste ihn nur noch auffangen, ohne einen Tropfen zu verschütten.
Um diese Ernte herum entstand der Bienenstock. Das satinierte Messing der Backen bewacht seine beiden Eingänge, ein klarer, warmer Glanz, der dem Ton des Holzes antwortet. Die Kupferplatinen mit ihren geschwungenen Bögen ziehen einen doppelten rosa Saum an den Flanken entlang, wie lauwarmes Wachs am Rand der Waben. Und die Feder breitet ein ganzes Blumenbeet aus, vierblättrige Blüten, geäderte Blätter und Perlen, in Stahl gezeichnet. Es fehlte nur noch eine Bewohnerin, und die ist längst da.
Denn auf diesem Stück findet die Biene der Serie ihren Platz. Im Festkleid sitzt sie am oberen Ende der Feder, die Flügel perlengesäumt, eine Blüte auf dem Kopf, und wacht diesmal über Honig. Über ihren eigenen. Ein Griff voller wilder Ernte, ein Garten aus Stahl unter ihren Füßen, Messing und Kupfer als Palast: Viel schöner könnte eine Hüterin kaum wohnen. Auf zwölf Zentimetern vereint „Wilder Honig“ einen ganzen kostbaren Bienenstock: Honig, Blüten, Wachs und Biene, alles ist da, bis auf die Süße. An ihre Stelle tritt etwas Beständigeres: die Schönheit.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers













