Geologen ziehen Bohrkerne aus dem Boden, um darin die Vergangenheit zu lesen. Dieser Griff ist ein solcher Kern, nur sehr viel kleiner und sorgfältig poliert: tiefes Schokoladenbraun, dann ein heller Ockerstreifen mit feinen Rissen wie getrockneter Lehm, dann eine dünne, fast bläuliche Ader, und so fort bis zum Griffende. Jede dieser Lamellen ist im Backenzahn eines Wollhaarmammuts gewachsen, solange das Tier lebte. Danach lag sie Jahrtausende im gefrorenen Boden der Steppe, bis jemand sie wieder ans Licht holte.
Über diesem Archiv nimmt die Feder die Geschichte auf und führt sie weiter. Oben herrscht noch das Mineral: Feld an Feld, gepunzt, geschlossen, ohne die kleinste Abweichung im Takt. Dann gibt etwas nach. Die Felder öffnen sich, und aus der Ordnung treiben ziselierte Ranken hervor, die sich einrollen und ineinanderhaken wie erste Triebe auf kahlem Fels. Irgendwo auf diesen wenigen Zentimetern Stahl geht ein Erdzeitalter in das nächste über, und wo genau, kann niemand sagen.
Am Ende dieses Aufstiegs bekommt das Leben eine Gestalt. Breit und massig thront die Biene über allem, eher Ammenbiene als Sammlerin. Ihr Körper ist ein Gedränge gepunzter Perlen, dicht an dicht wie Zellen voller Vorrat, zwei weite Mandelflügel fassen ihn ein, und der gestreifte Hinterleib senkt sich als Kegel nach unten. Auf sie läuft alles zu, was am Griffende begonnen hat. So liest sich „Erinnerung der Schichten“ in einem Zug: Erde, die sich über die Zeit abgelagert hat, Fels, der zu treiben beginnt, und ganz oben die Biene, die nährt und über alles wacht.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers

Laguiole Taschenmesser Etui Leder Schwarz 











