Ein Sommeliermesser mit Schachbrett-Intarsien vereint zwei Materialien von entgegengesetztem Wesen in einem einzigen Griff. Das cremeweiße Mammut-Elfenbein, zehntausend bis vierzigtausend Jahre im Eis gereift, steht Feld an Feld neben dem tiefen Schwarz des Ebenholzes, und wo das eine die Tiefe gibt, bringt das andere das Licht. Über dieses geometrische Muster legt die von Hand gefeilte Gravur der Platinen und die ausgearbeitete Prestige-Biene eine dritte, ornamentale Ebene. Fossiles Elfenbein zeigt im Anschnitt manchmal die feinen Schreger-Linien, ein Netz gekreuzter Rauten, das die fossile Herkunft des Materials bezeugt und sie von jeder Nachbildung unterscheidet.
Mit diesem Sommeliermesser bekommt das Öffnen eines großen Jahrgangs die Form eines Zeremoniells. Die Finger lesen zuerst den Wechsel der schwarzen und hellen Felder, dann den ruhigen Sitz des Griffs, ehe der Daumen dem guillochierten Rücken folgt. Den Rest übernimmt die Mechanik von Laguiole en Aubrac: Der Korken gleitet mit der Regelmäßigkeit eines tausendfach geprüften Handgriffs aus dem Hals, und die von Hand gravierte Klinge trennt die Kapsel so sauber, dass man den Schnitt eher hört als spürt.
Die Tradition der Messermacher hat die seltenen Materialien immer dann aufgenommen, wenn das Stück es rechtfertigte, und das fossile Elfenbein fügt sich genau in diese Logik. In diesem Schachbrett trifft ein Werkstoff aus der Vorgeschichte auf die Mechanik der Gegenwart, und die Prestige-Biene, die den Rücken krönt, ist der Punkt, an dem beide Zeitalter zusammenlaufen. Wer ein handgefertigtes Kellnermesser mit Schachbrett-Intarsien wählt, nimmt ein Doppelwerk zweier Hände in Besitz, dessen Elfenbein mit den Jahren eine wärmere, goldene Tönung annimmt, während das Ebenholz sein Schwarz behält und der Kontrast des Damiers sich langsam verschiebt.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers















