Ein Kellnermesser aus Nougatine gehört zu den bernsteinfarbenen Weinen, einem gereiften Banyuls oder einem alten Maury, deren Robe zwischen Honig und Kupfer schwankt. Dieselben Töne liegen in den Elfenbein-Splittern des Griffs: altes Creme, goldenes Fauve, tiefer Bernstein, jeder Splitter von Jahrtausenden der Mineralisierung im Permafrost gezeichnet. Einen Banyuls mit diesem Griff zu öffnen heißt, zwei Formen der Geduld einander gegenüberzustellen, die des Weins im Keller und die des Elfenbeins im Eis, die beide dieselbe Wirkung entfalten, ein Vertiefen und Veredeln des Werkstoffs über lange Zeit.
Das erste Glas Maury, mit diesem Sommeliermesser in der Hand ausgeschenkt, gibt den Ton des Abends vor: kein gewöhnliches Essen. Das Mammut-Elfenbein übt eine Faszination aus, die wenige Materialien erreichen, weil es eine Dauer in sich birgt, die der menschliche Verstand kaum fasst. Unter den Fingern sind die Elfenbeinstücke glatt und kühl, ins dunkle Harz gebettet wie geologische Erinnerungen in einer schwarzen Vitrine. Der Glanz verstärkt diesen Eindruck von Tiefe, denn das Kerzenlicht dringt in die Fläche ein und beleuchtet die Splitter von innen, als trüge der Griff seine eigene Lichtquelle in sich.
Dieses Nougatine-Sommeliermesser ist ebenso Sammlerstück wie Werkzeug für den Service. Sein Griff erzählt in jedem Splitter zehn Jahrtausende, und das Öffnen einer Flasche mit ihm macht aus einem gewöhnlichen Griff ein kleines Ritual. In Frankreich setzt Laguiole en Aubrac jeden Splitter von Hand in den Rahmen, gießt das Harz und schleift es mit dem Griff in eins, ehe die klassische Biene, gesetzt über dem Hebel, das echte Laguiole verbürgt. So wird jede alte Flasche von einem Objekt entkorkt, das mehr Zeit gesehen hat als jeder Keller der Welt.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers















