Unter den Schalen steckt allein die Klinge. Ein zweites Blatt fehlt, eine Schnecke ebenso, und deshalb trägt der Griff in keiner Tasche auf. Die Klinge folgt der Yatagan-Linie des Hauses, am Rücken sanft gebogen, vorn schmal auslaufend, und sie rastet beim Öffnen mit einem klaren Ton ein. Beim Zuklappen greift ein Anschlag im Inneren, der die Schneide anhält, bevor sie den Federrücken erreicht, und der Schliff dankt es über die Jahre. Ein Stück Bergkäse, eine Feige, der Klebestreifen an einem Karton: dafür genügt eine einzige Klinge ohne jede Zutat, und genau dafür ist dieses Modell gedacht.
Aus Armlänge betrachtet wirkt der Griff wie ein warmes, mittelbraunes Feld, das ebenso gut von einem Horn oder einem dunklen Holz stammen könnte. Erst aus der Nähe zerfällt dieser Eindruck in seine Teile: helle Kanten, weiche Übergänge ins Karamell, dazwischen Zonen, in denen das Braun beinahe ins Schwarze geht. Was aus einigen Schritten Abstand als eine einzige Farbe durchging, ist aus einer Handbreit Entfernung eine Ansammlung einzelner Stücke, jedes mit eigenem Umriss und eigener Kante. Ein Griff also, der auf zwei Entfernungen zwei verschiedene Dinge zeigt.
Im Gebrauch bleibt die Schale gelassen. Das Harz nimmt keine Feuchtigkeit auf, quillt nicht und schwindet nicht, weshalb der Wechsel von kalter Außenluft in ein geheiztes Zimmer spurlos an ihr vorbeigeht, während ein gewachsener Holzgriff dabei durchaus arbeitet. Abdrücke der Finger fallen auf dem mittleren Braun kaum auf und verschwinden mit einem trockenen Tuch, und feine Kratzer aus dem Alltag nimmt eine Politur später wieder heraus. Zu meiden bleibt wenig, und aufgezählt ist es schnell: ein Fall auf Fliesen, eine Nacht im Spülwasser, ein Platz direkt über dem Heizkörper.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers













