Aus der Entfernung ist das ein gestreifter Griff. Näher heran trennen sich die Streifen in einzelne Felder, und noch näher zeigt sich, dass die Linien dazwischen keine Striche sind, sondern der Stoß zweier Werkstoffe. Ein Fingernagel, quer darübergezogen, findet nichts davon. Das Muster liegt in der Fläche und nicht auf ihr, und an der Griffkante hört es nicht auf, sondern läuft über die Rundung weiter, weil die Felder durch die ganze Dicke der Schale gehen. Klein bleibt daneben das Zeichen am Federende. Aufmerksamkeit zieht es nur bei dem auf sich, der danach sucht, und der findet es beim ersten Hinsehen.
Der Stahl folgt einer anderen Ordnung als der Griff. Über den Rücken ziehen drei gekerbte Reihen nebeneinander, zwei davon auf den Platinen, die dritte auf der Feder, und weil auch die Unterkanten gefeilt sind, trägt die schmale Griffseite dasselbe Muster von einem Ende zum anderen. Bei geöffneter Klinge läuft die Reihe auf deren Rücken weiter. Geschliffen ist sie in der Yatagan-Form des Hauses, sie rastet hörbar ein und steht danach ohne Spiel, und auf dem Weg zurück bremst ein Anschlag im Inneren sie ab, kurz bevor der Federrücken in Reichweite kommt.
Zwei Werkstoffe im selben Griff heißen auch zwei Verhaltensweisen. Fossiles Elfenbein nimmt wenig Feuchtigkeit auf, Ebenholz noch weniger, doch beide mögen keine schroffen Temperaturwechsel, und die lassen sich leicht vermeiden: kein Platz auf der Heizung, keine Nacht im Spülbecken, kein Sommertag hinter der Windschutzscheibe. Trockenes Abwischen genügt, mehr braucht die Fläche nicht, und weder Öl noch Wachs gehören darauf. Geliefert wird im Baumwollbeutel, dazu ein Zertifikat mit der Nummer dieses Stücks. Die Gravur auf der Klinge gibt es ohne Aufpreis.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers










