Matt ist an diesem Modell nicht nur das Holz. Backen und Platinen tragen denselben feinen Schliff, und deshalb blitzt nirgends etwas auf. Jede gefeilte Kerbe wird durch den kleinen Schatten sichtbar, den ihre Flanke wirft, nicht durch einen Reflex. Ein Prägewerkzeug brächte das nicht zustande, weil es die Kerbe eindrückt, statt Material aus der Fläche herauszuholen. Das hat für ein Holz wie dieses eine Folge, die man erst beim Kippen bemerkt: Die Reihen aus Stahl bleiben immer gleich lesbar, während der Grund darunter seinen Ton verschiebt. Wer das Messer langsam dreht, sieht also ein festes Raster über einer Fläche in Bewegung.
Vorn und hinten fasst je eine Backe aus Edelstahl das Ende des Griffs. Diese beiden Stellen sind an einer Holzschale die empfindlichsten, weil dort die Faser angeschnitten endet und Feuchtigkeit sonst als Erstes eindringen würde. Die Backe legt sich davor und nimmt zugleich alles auf, was im Alltag gegen ein Griffende stößt. Vernietet wird die Schale durch die Platinen hindurch, und die Nietköpfe gehen beim Schleifen mit der übrigen Fläche zurück, bis nichts mehr vorsteht. Gearbeitet wird also erst am fertigen Körper, über Holz und Metall in einem Durchgang, bis die Naht zwischen beiden zwar zu sehen, aber nicht mehr zu ertasten ist.
Benutzt wird das Ganze wie jedes gute Taschenmesser. Die Klinge folgt der Yatagan-Linie, ein flach geschwungener Rücken mit ausgezogener Spitze, brauchbar für die Scheibe Brot am Vormittag ebenso wie für den Knoten an einer Paketschnur. Der Daumen findet den Nagelhau ohne Suchen, die Feder gibt erst nach und packt dann zu, und geöffnet steht die Klinge ohne Spiel. Beim Zuklappen läuft sie auf einen Anschlag, der verdeckt im Griff sitzt und die Schneide von der Feder fernhält. Zusammengelegt fällt der Körper breiter aus als bei einfachem Aufbau und passt trotzdem flach in die Manteltasche.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers











