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Laguiole Taschenmesser Doppelplatinen mit Griff aus Widderhorn-Kruste

359€

Unter dem Schleifband der meisten Hornwerkstätten sammelt sich am Abend genau das Material, aus dem dieser Griff besteht. Die äußerste Schicht des Widderhorns gilt dort als Ausschuss, zu uneben für ein sauberes Maß und zu eigenwillig, um daraus ein stimmiges Paar zusammenzusuchen. Bei diesem Modell fällt die Entscheidung andersherum aus: Die Kruste bleibt stehen, und was anderswo als Staub endet, wird zur Schauseite.

Der Stahl ringsum kommt aus der Gegenrichtung. Vier Platinen, zu beiden Seiten der Feder verdoppelt, tragen eine mit der Feile gezogene Kerbenfolge, dazwischen läuft die Feder mit derselben Arbeit, und am Griffende steht die geschmiedete Biene. Glänzend poliert grenzen diese Bahnen an eine Hornschicht, die nie eingeebnet wurde. Ein Laguiole Taschenmesser mit Doppelplatinen, an dem Ordnung und Unruhe unmittelbar aneinanderstoßen.

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Ein Laguiole en Aubrac Taschenmesser mit Doppelplatinen: vier von Hand guillochierte Stahlflächen, eine geschmiedete Biene, eine Klinge aus Edelstahl und ein Griff, an dem die Arbeit sichtbar bleibt.

Widderhorn-Kruste an Doppelplatinen: alle Angaben zum Taschenmesser

Ein einteiliges Taschenmesser aus der Manufaktur Laguiole en Aubrac in Frankreich, mit einer Klinge und ohne Zusatzteil im Rücken. Die Schalen stammen aus der äußeren Schicht des Widderhorns und behalten ihr gewachsenes Relief, gefasst von vier guillochierten Platinen und zwei Backen aus Edelstahl. Punkt für Punkt:

  • Griff: Widderhorn-Kruste, äußerste Hornschicht.
  • Oberfläche: glänzend poliert über dem Relief.
  • Zeichnung: Wachstumsstreifen, Mulden und Grate.
  • Farbton: Rauchgrau bis Creme, teils fast schwarz.
  • Platinen: vier Bahnen, mit der Feile gekerbt.
  • Feder: guillochiert über ihre gesamte Länge.
  • Biene: aus einem Stück mit der Feder geschmiedet.
  • Backen: zwei Stück aus Edelstahl am Griffende.
  • Klinge: Edelstahl, Yatagan-Form, schmale Spitze.
  • Innenanschlag: die Schneide berührt den Rücken nicht.
  • Herkunft: Handarbeit aus Frankreich.

Im gesamten Katalog des Hauses ist das der einzige Griff, der dem Auge nicht glatt erscheint. Holz wird geschliffen, bis die Poren zurücktreten, Horn wird durchgezogen, bis die Fläche eben liegt, Stein wird abgezogen, bis nichts mehr vorsteht. Hier bleibt das Gewachsene, wie es entstanden ist, und die Politur legt sich darüber, ohne es einzuebnen. Passend also für alle, denen polierte Griffe auf Dauer zu brav geraten und die ein Stück suchen, dessen Unruhe schon von Weitem zu erkennen ist.

Widderhorn-Kruste im Licht: das Taschenmesser im Film

Ein Foto ebnet diese Oberfläche ein, weil es sich auf einen einzigen Lichtwinkel festlegt. Vor der Kamera dagegen kippt der Griff langsam durch, und dabei treten die Absätze nacheinander hervor: Kanten fangen den Schein, Mulden bleiben im Schatten, und die Grenze zwischen beiden verschiebt sich mit jedem Grad. Über die polierten Bahnen daneben zieht ein durchgehender Streifen, den jede Kerbe kurz unterbricht.

Bei Laguiole en Aubrac taucht diese Hornschicht an mehreren Bauformen auf: am schmaler gebauten Modell mit einfachen Platinen, am Kellnermesser mit verzierten Backen, an der Fassung mit Damastklinge und am Prestige-Modell für die Flasche. Gesammelt stehen alle auf der Übersichtsseite zur Widder-Kruste.

laguiole messer doppelplatine griff widder horn

Der doppelte Aufbau bringt vor allem mehr Metall an den Griff. Statt einer Platine je Seite liegen zwei übereinander, oben und unten von der Feder getrennt, und alle vier Bahnen laufen über die ganze Länge durch. Damit wächst die Fläche, auf der die Feile arbeitet, auf das Doppelte, und die Hornschale rückt in die Mitte, eingerahmt von Stahl an beiden Kanten. Für eine Schicht, die von sich aus spröde sein kann, ist das ein Vorteil, denn die empfindlichen Ränder liegen geschützt unter der Kante, und die zwei Backen fassen die Enden ein, an denen sonst zuerst etwas abplatzt.

Vor dem Zusammenbau steht die längste Arbeit, und sie besteht aus Wegwerfen. Aus einem Horn taugen nur einige Zonen: dort, wo die Kruste kräftig genug angesetzt hat, wo kein Riss durchläuft, wo die Bänderung nicht mitten in der Schale abbricht. Was übrig bleibt, muss anschließend noch zueinander passen, damit die linke und die rechte Seite eines Griffs dieselbe Sprache sprechen. Abgetragen wird danach nur so weit, bis die Schale plan aufliegt und der Stahl bündig anschließt, keinen Zug weiter, sonst verschwindet das Relief unter dem Band. Diese Zurückhaltung lässt sich an keine Maschine abgeben.

Benutzt wird es wie jedes andere Laguiole aus dieser Reihe. Die Klinge folgt der Yatagan-Linie, schmal zulaufend, am Rücken leicht geschwungen, und beim Öffnen rastet sie hörbar ein. Beim Schließen hält ein Anschlag im Inneren die Schneide vom Federrücken fern, was dem Schliff über die Jahre zugutekommt. Brot, Wurst, ein Apfel unterwegs, ein Stück Käse nach dem Essen. Und anders als bei einem glatten Griff findet der Daumen die Lage des Messers schon am Relief, bevor der Blick überhaupt dabei ist. Zum Sauberhalten reicht ein trockenes Tuch, denn Wasser hat an Keratin nichts verloren.

Technische Daten

HerstellerLaguiole en Aubrac
Montageeinteilig, nur Klinge
GriffmaterialWidderhorn-Kruste
Griffoberflächeglänzend poliert
KlingeEdelstahl 12C27MOD
PlatinenDoppelplatinen, von Hand guillochiert
Federvon Hand guillochiert
Bienegeschmiedet, aus einem Stück mit der Feder
Backen2 Backen aus Edelstahl
Innenanschlagja, schützt die Schneide beim Schließen
Länge geschlossen12 cm
SKULEA1P12CMAFINOXDPBE
GTIN3760199288197

Drei Reihen auf dem Rücken: was die doppelte Platine hergibt

Auf dem Rücken dieses Messers liegen nicht eine, sondern drei gefeilte Reihen nebeneinander. Zwei davon sitzen auf den Platinen, die zu beiden Seiten der Feder verdoppelt sind, die dritte läuft über die Feder selbst, von einem Ende zum anderen. Je nach Messermacher setzt sich die Arbeit auf der Ober- und der Unterkante der Platinen fort, sodass die schmale Seite des Griffs durchgehend gemustert ist. Am Griffende steht die Biene, geschmiedet aus demselben Stück Stahl wie die Feder, und zwei Backen aus Edelstahl schließen den Griff an beiden Enden ab. An einer Kruste voller Grate und Mulden bleibt diese Reihe das einzig Gleichmäßige am ganzen Griff.

Neben der Kruste wird diese dreifache Ordnung auf die Probe gestellt. Am Rücken lässt sich Kerbe für Kerbe abzählen, an der Flanke geht das Zählen nicht mehr, weil die gewachsene Schicht kein Maß einhält und keinen Takt vorgibt. Die Daumenkuppe wandert vom Gefeilten ins Gewachsene und merkt den Übergang sofort. Dazu kommt der Unterschied im Licht: Die polierten Bahnen werfen einen geschlossenen Strahl zurück, die Hornfläche zerlegt ihn in lauter kleine Funken. Erst dieser Abstand macht sichtbar, wie viel Zeit in den drei Reihen steckt.

Widderhorn-Kruste: warum zwei Platten nie gleich ausfallen

Ein Widderhorn setzt von innen her an und schiebt das Ältere nach außen, weshalb die Kruste zugleich die oberste und die am längsten dem Wetter ausgesetzte Lage bildet. Beim Zurichten verschwindet sie in aller Regel als Erstes, weil sich eine unebene Fläche nicht auf ein gleichmäßiges Maß bringen lässt, ohne dass dabei genau das abgeht, was sie ausmacht. Bleibt die Schicht stehen, trägt die Platte weiter, was das Tier über die Jahre angesetzt hat: Wachstumsstreifen, die streckenweise parallel laufen und dann auseinandergehen, flache Mulden, aufgeworfene Grate.

Jede Platte bildet damit ein bestimmtes Tier ab und keine Serie. Beide Seiten eines Griffs stimmen im Ton überein, weil das Paar aus benachbarten Stellen geschnitten wurde, doch schon das nächste Messer fällt anders aus, und eine Bestellung nach Muster kann es hier nicht geben. Die Politur ändert daran wenig, sondern hebt den Glanz auf die erhabenen Partien, belässt die Vertiefungen im Stumpfen und stellt so den Abstand zwischen beiden schärfer heraus. Wer eine ruhige, überall gleiche Fläche sucht, greift besser zu geschliffenem Horn.

doppelplatinen
widder-kruste
4,9/5

Basierend auf 16 geprüften Bewertungen

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  1. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Fürs Wandern ist es mein festes Besteck geworden, griffig auch mit Handschuhen. Auf dem Gipfel schneidet es den Speck, und die Kruste passt zum Panorama.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Katrin C.

  2. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Von meiner Frau zum Sechzigsten bekommen, weil ich Steinbock bin und Widder das nächstliegende Horn war. Die Logik ist kühn, das Messer großartig – auf dem Klingenrücken steht graviert ein einziges Wort, und es genügt.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Uwe P.

  3. 5/5 Verifizierte Bewertung

    In der Hosentasche trägt es sich überraschend angenehm, die Rippen stören nicht, sie melden nur freundlich ihre Anwesenheit.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Christian D.

  4. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Nach anderthalb Jahren Gebrauch ist die Kruste tiefer und glänzender geworden. Das Messer sieht heute wertvoller aus als beim Kauf, welches Produkt kann das noch.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Kai V.

  5. 4/5 Verifizierte Bewertung

    Kein Griff sieht aus wie der andere, meiner hat einen hellen Kamm und eine fast schwarze Flanke. Ein Messer wie ein Fingerabdruck.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Sabine N.

  6. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Die Rippen der Kruste geben dem Daumen Halt, als wäre der Griff für die Hand gewachsen. Ergonomie kann man bauen oder finden, hier wurde sie gefunden.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Petra G.

  7. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Die Widderhorn-Kruste ist gerippt wie ein Bergrücken, jede Rille von der Natur gezogen. Mit den Doppelplatinen wird aus dem wilden Material ein verlässliches Werkzeug.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Ute B.

  8. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Die Doppelplatinen halten das raue Horn in einem präzisen Rahmen. Wild außen, exakt innen, die Mischung macht den Charakter.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Birgit G.

  9. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Ich habe es als Geschenk gekauft und behalten, das gestehe ich hier öffentlich. Der Beschenkte bekam ein glattes Modell, er weiß von nichts.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Markus K.

  10. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Beim Stammtisch wurde es reihum gedreht und gedrückt wie ein Fundstück. Zwei Wochen später lagen bei uns drei gleiche Modelle auf dem Tisch, alle mit anderer Kruste.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Christina C.

  11. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Mein Schwager, Schafhalter, hat es fachmännisch begutachtet und für gut befunden. Von einem Mann mit vierzig Widdern ist das ein Gütesiegel.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Kerstin H.

  12. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Als Dankeschön vom Almwirt für einen Sommer Aushilfe bekommen, mit den Worten: ein Horn für den Städter, damit du uns nicht vergisst. Funktioniert täglich.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Martin K.

  13. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Die geschmiedete Biene sitzt blank zwischen den Rippen wie ein Goldfund im Fels. Ich zeige sie jedem, der das Messer zum ersten Mal hält.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Kai B.

  14. 4/5 Verifizierte Bewertung

    Die Übergänge von Horn zu Metall sind bündig gearbeitet, trotz der wilden Oberfläche. Solche Präzision an einem Naturmaterial ist die eigentliche Kunst.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Thomas S.

  15. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Widderhorn lebt: es glänzt, wird wärmer, dunkelt an den Griffstellen. Nach einem Jahr trägt das Messer meine Handschrift, im Wortsinn.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Sebastian G.

  16. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Die Klinge kommt fein geschliffen an und arbeitet sich durch Brot, Speck und Apfel ohne Absetzen. Die Kruste macht dabei mehr her als manches Tafelsilber.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Markus R.

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