Wer ein Kellnermesser aus Samba Gelb hervorholt, sagt Ja zur Farbe, ganz ohne vorher um Erlaubnis zu fragen. In einer Reihe, die von gedeckten Braun-, Schwarz- und Grüntönen bestimmt wird, leuchtet das Gelb wie ein Lichtblitz einer späten Lese auf und macht keinen Hehl daraus, dass es gesehen werden möchte. Die goldenen Lamellen, schräg gegen die dunklen Streifen gesetzt, geben dem Griff eine Bewegung, die an Sonnenlicht erinnert, das durch die halb geschlossenen Läden eines Weinkellers am späten Nachmittag hereinfällt. Ein solches Messer versteckt sich nicht in der Tasche, es gehört auf die festlich gedeckte Tafel, wenn der Anlass die ganze Mühe auch wirklich wert ist.
Hinter dem Leuchten steht die Statik eines ernsthaften Sommeliermessers. Der verleimte Aufbau macht den Griff kompakt und steif, jede Lamelle trägt zur Festigkeit des Ganzen bei, ohne dass etwas nachgibt oder schwingt. Beim Öffnen überträgt der Griff die Kraft ohne Verlust auf die Spirale, wenn ein alter Korken sich sträubt und den letzten Zug am Hebel verlangt. Das Gelb ist dabei kein dünner Effekt auf brüchigem Grund, sondern echtes Holz, in der Masse gefärbt und mit derselben Sorgfalt verarbeitet wie die edelsten Essenzen der Sammlung.
Unter der festlichen Oberfläche steckt das ruhige Handwerk aus dem Aubrac. In Frankreich löst der Messermacher die Schalen so aus dem Block, dass die goldenen Streifen an keiner Rundung abreißen, fasst sie zwischen zwei Edelstahlbacken und prüft am Schluss jedes Messer für sich. Über dem Hebel sitzt die klassische Biene, das kleine Zeichen echter Herkunft. Dieses handgefertigte Sommeliermesser bleibt darum kein glänzendes Serienstück, sondern ein Einzelstück, dessen goldener Rhythmus bei keinem zweiten Griff identisch ausfällt.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers










