Der Wacholder ist ein Strauch der Kalkböden, der sich über Jahrzehnte gegen Wind und Dürre behauptet, und dieses zähe Wachstum macht sein Holz eigenwillig. Wird es zum Griff eines Sommeliermessers mit Damastklinge, treffen zwei Welten aufeinander: hier ein Stahl, den der Messerschmied im Feuer faltet und verschweißt, dort ein Holz, das ohne Zutun des Menschen auf der windigen Hochebene gewachsen ist. Das raue Naturholz erdet den Balbach-Damast, ohne ihm etwas von seinem Glanz zu nehmen, und der geschichtete Stahl hebt das schlichte Astholz in einen ungeahnten Rang.
Kern des Messers ist die Damastklinge. Der Messerschmied stapelt zwei verschiedene Stähle, verschweißt sie in der Glut und legt den Block in immer neuen Faltungen übereinander, bis aus wenigen Schichten hunderte werden. Ein Säurebad holt zuletzt das Muster hervor, weil beide Stähle die Säure verschieden aufnehmen und helle wie dunkle Wellen sichtbar werden. Steuern lässt sich das nicht, wiederholen ebenso wenig, und so bekommt jede Klinge ihr unverwechselbares Bild. Beidseitig am Griff sitzen die guillochierten Platinen, frei mit der Feile gezogen, und der Federrücken zeigt sein Rillenmuster.
Am Abend, wenn die Schneide die Kapsel löst und die Spirale den Korken fasst, verrichtet dieses Sommeliermesser seine Arbeit mit der ruhigen Sicherheit eines echten Laguiole. Der Hebel zieht den Korken in einer Bewegung, der Wein fließt, und das Messer kommt mit seinem warmen, würzig duftenden Holz zur Ruhe auf der Tafel. In einer einzigen Werkstatt in Frankreich entsteht jedes Stück vom gefalteten Stahl bis zum polierten Astholz. Wer ein handgefertigtes Kellnermesser aus Wacholder mit Damastklinge wählt, entscheidet sich für ein Werkzeug, in dem Karges und Kostbares zusammenfinden, und für ein rustikales Sammlerstück, das an seine doppelte Herkunft aus Esse und Hochebene erinnert.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers
















