Der Buchsbaum, botanisch Buxus sempervirens, wächst als immergrüner Strauch in den kalkigen Unterhölzern Süd- und Mitteleuropas. Sein Wuchs ist berühmt langsam, oft nur wenige Millimeter im Jahr, und genau daraus entsteht seine außergewöhnliche Dichte: Das Holz fällt schwerer und fester aus als die meisten tropischen Edelhölzer. Seine Farbe ist ein warmes, blasses Gelb, das an Elfenbein oder an die Schale einer reifen Frucht erinnert. Als Kellnermesser aus Buchsbaum bringt dieses Holz eine seltene, ruhige Helligkeit in den Weinservice, wie sie kein dunkles Edelholz und kein lebhaft gezeichnetes Griffholz bieten kann.
Am Tisch lebt der Buchsbaum von seiner Helligkeit und von seiner Wandlung. Das dichte, feinporige Holz nimmt den Glanz besonders gleichmäßig an, und seine Oberfläche fühlt sich seidig und geschlossen an, ohne die kleinste Unruhe in der Maserung. Mit jedem Monat im Dienst, mit jeder geöffneten Flasche und jeder Hand, die zugreift, wandelt sich das blasse Gelb langsam zu einem warmen Goldton, später zu Honig und Bernstein. Diese Patina ist bei keinem zweiten Griff gleich, denn sie zeichnet genau den Gebrauch nach, den dieses eine Messer erlebt hat. So wird der helle Buchsbaum zum stillen Tagebuch vieler Weinabende.
Wer einen Buchsbaumgriff wählt, entscheidet sich für ein Holz, das seine schönste Farbe erst mit der Zeit findet. In Frankreich fügt Laguiole en Aubrac jedes Stück von Hand und arbeitet die helle Schale, bis sie seidig glänzt und makellos an Backen und Klinge anschließt. Der neue Griff ist hell und zurückhaltend, doch schon nach den ersten Jahrgängen zeigt sich das goldene Leuchten, das allein echter Gebrauch hervorbringt. So begleitet ein handgefertigtes Kellnermesser aus Buchsbaum den Weinfreund über Jahrzehnte und erzählt am Ende mehr aus seinem Leben als jedes fabrikneue Stück.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers

















