Wer ein Kellnermesser aus Olivenholz und Ebenholz neben die Karaffe legt, holt sich ein Stück mediterrane Dämmerung an den Tisch. Das Olivenholz gehört zum Süden wie die Zikaden und der trockene Wind: Es wächst zwischen den Weinbergen und speichert in seinen honigfarbenen Fasern das Licht, das über der Garrigue steht. Das Ebenholz antwortet mit einer Schwärze ohne Grund, mattem Tiefschwarz, das an den Himmel nach Sonnenuntergang erinnert. Im gerundeten Schachbrett laufen die Felder nicht in strengen Kanten, sondern in weichen Bögen ineinander, sodass das Muster zu kreisen scheint wie der Wein im langsam geschwenkten Glas.
Anders als bei einem einfarbigen Griff entsteht dieses Bild aus vielen einzelnen Einlagen, die der Messermacher Feld für Feld in das Schachbrett setzt, bis warmes und kaltes Holz sich exakt abwechseln. Weil Olivenholz und Ebenholz von Natur aus unterschiedlich dicht sind, verlangt jede Fuge ein genaues Auge und eine ruhige Hand, damit an keiner Rundung eine Kante vorsteht. Der gerundete Verlauf folgt der Wölbung des Griffs, sodass das Schachbrett über die ganze Länge läuft, ohne an den Rändern zu brechen. Die satinierte Fläche gibt dem Ganzen einen Halt, der auch mit kühlen Fingern am Abend nicht rutscht.
Hinter dem Farbenspiel steckt dasselbe genaue Handwerk wie bei jedem Laguiole aus Frankreich. Der Messermacher richtet die Maserung des Olivenholzes so aus, dass die honigfarbenen Adern in jedem hellen Feld einen anderen Weg nehmen, und setzt das tiefschwarze Ebenholz als ruhigen Gegenpol daneben. Über dem Hebel sitzt die klassische Biene, an der ein echtes Laguiole zu erkennen ist. Wer sich für dieses handgefertigte Sommeliermesser entscheidet, bekommt kein bedrucktes Dekor, sondern ein echtes Schachbrett aus zwei Hölzern – einen Weinöffner für alle, die den Süden auch nach Sonnenuntergang im Glas behalten.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers









