Aus der Nähe ist dieser Griff heller, als Holz an einem Messer gemeinhin ausfällt. Der Grund steht zwischen Sand und einem verhaltenen Grün, darüber laufen schmale Adern, mal hellbraun, mal fast schwarz, meist der Länge nach und ohne Astauge dazwischen. Auf einer Fläche dieser Größe zählt jede einzelne davon mit, weil daneben nichts liegt, was sie überdecken könnte. Auf einem hellen Tischtuch verschwindet das Messer beinahe, und übrig bleiben die dunklen Striche im Holz und die beiden Enden aus Metall. Zwei Schalen an einem Griff stimmen im Ton überein, in der Zeichnung nie.
Gebaut ist dieses Messer einteilig: im Griff steckt allein die Klinge. Die Klinge aus Edelstahl trägt die geschwungene Yatagan-Form, die zur Spitze hin ansteigt, und darunter liegt die Feder, ebenfalls Edelstahl, über die volle Länge des Rückens von Hand guillochiert. Am hinteren Ende geht die Feder in die Biene über, aus derselben Stange geschmiedet und nirgends angelötet. Innen sitzt ein Anschlag, der die Klinge beim Zuklappen anhält, bevor ihre Schneide die Feder erreicht, was der Schärfe über Jahre zugutekommt. Aus Messing sind Backen und Platinen, aus Pistazienholz die Schalen, alles auf Hochglanz gebracht.
Im Gebrauch bleibt dieses Messer meistens in der Küche. Es schält, es teilt, es nimmt eine Scheibe von der Melone und wandert danach in den Garten, wo es neben dem Brotkorb liegen bleibt. Ein heller Griff verlangt dabei genau eine Gewohnheit: kurz abwischen, solange der Saft frisch ist. Die polierte Fläche nimmt nichts auf, weder vom Pfirsich noch von der Tomate, und was von den Fingern zurückbleibt, holt ein trockenes Tuch weg. Die Klinge kommt dabei schmal genug an die Frucht heran, um die Haut abzunehmen und kaum Fleisch mitzunehmen, und wird sie stumpf, holt ein Abziehstein sie in wenigen Zügen zurück. Öl braucht das Holz nicht, es ist eng genug gewachsen, um ohne Auffrischung glatt zu bleiben.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers

Braune Lederetui für Taschenmesser












