Horn und die beiden Messingbacken gehen hier ins selbe Gelb, weshalb sich die Naht zwischen Schale und Fassung verliert und der Übergang eher am Wechsel des Glanzes auffällt als an der Farbe. Auf einem dunklen Holz stünde diese Linie als Kontrast, hier tut sie das nicht. Der Ton des Metalls und der hellste Ton der Schale liegen so nah beieinander, dass der Übergang mit dem Fingernagel eher zu ertasten als zu sehen ist. Am Ende des Griffs sitzt die geschmiedete Biene, links im Griff steht das eingelegte Hirtenkreuz, und die Feder aus Edelstahl trägt ein von Hand gefeiltes Muster, das bis unter die Schnecke weiterläuft. Innen fängt ein Anschlag die Klinge ab, kurz bevor sie den Rücken berührt.
Auf den Tisch kommt so ein Messer meist am späten Nachmittag, wenn eine Flasche danebensteht und das Licht schon tief einfällt. Genau dann arbeitet die Farbfamilie am besten, denn flaches Licht macht aus dem Gelb einen kräftigen Ton und aus der Schale eine Fläche, in der Honig und Braun ineinanderlaufen. Praktisch geht es um zwei Handgriffe. Zuerst nimmt die Klinge die Kapsel vom Flaschenhals, sauber unter dem Wulst, danach ist der Weinöffner an der Reihe: eindrehen, bis auch die letzte Windung im Korken sitzt, dann gerade nach oben ziehen. Was danach übrig bleibt, erledigt wieder die Klinge, beim Brot, beim Käse und bei allem, was noch aufgemacht werden muss.
Jede Spitze wächst anders, deshalb gleicht keine Schale der nächsten. Bei einem Stück ziehen dunkle Flammen quer über die Fläche, beim nächsten überwiegt ein heller Honigton mit wenigen braunen Adern, und wie weit die Ränder Licht hindurchlassen, hängt davon ab, wo im Horn gesägt wurde. Dazu kommt die Oberfläche. In dieser Reihe wird alles auf Glanz poliert, das Metall ebenso wie das Griffmaterial, und auf Horn holt der Glanz die Tiefe der Zeichnung nach oben, die eine matte Fläche flach hält. Montiert wird jedes Stück in Frankreich, von Hand.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers













