Bei dieser Ausführung tritt die Kruste nicht als ganzer Griff auf, sondern als eingefasstes Feld. Weil die Rückenfeder zwischen zwei Platinenpaaren sitzt, nimmt der Stahl den größeren Teil der Fläche für sich, und was vom Horn übrig bleibt, wirkt eher wie eine eingelegte Platte als wie eine Schale. Genau das kommt dem Material entgegen. Auf kleiner Fläche stehen die Lagen dichter beieinander, die Grate laufen enger, und ein Farbwechsel von dunklem Anthrazit ins Cremefarbene passiert auf kurzer Strecke statt über den ganzen Griff verteilt. Was auf einer breiten Schale schnell unruhig aussieht, wird hier zu einem konzentrierten Ausschnitt, und der geschlossene Stahlrahmen ringsum gibt ihm einen Halt, den das Material von sich aus nicht hat.
Der Stahlbau ist bei diesem Modell die eigentliche Bühne für die Feile. Vier Bahnen stehen dem Messermacher offen statt zwei, dazu die Feder und der Klingenrücken, und er zieht darauf Kerbe an Kerbe, über und unter der Feder seitenverkehrt gleich, sodass beide Griffseiten dieselbe Handschrift zeigen. Ein solches Raster ist nur so gut wie seine Gleichmäßigkeit, und gerade neben einem Material, dessen Struktur jede Regel bricht, fällt jede Abweichung sofort auf. Der Reiz des Modells sitzt in dieser Nachbarschaft: eine Ordnung, die aus vielen ruhigen Zügen entstanden ist, direkt an einer Oberfläche, die niemand entworfen hat.
Die Klinge entsteht aus vielen ineinander verschweißten Lagen, ausgeschmiedet und erst am Ende freigelegt, ein Wechsel aus hellen und dunklen Bändern quer über den Anschliff. Davon bleibt beim Benutzen vor allem ein klarer Schnitt. Aufgeklappt fällt die Klinge mit einem trockenen Ton in die Rastung und steht ohne Spiel, geschlossen liegt der Griff flach in der Manteltasche. Ein Stück, das man nicht schont, sondern benutzt, und dem der Alltag nichts anhaben kann, weil sein Griff ohnehin aussieht, als habe er einiges hinter sich.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers














