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Laguiole Taschenmesser Doppelplatinen mit Spiralfeder, Griff aus Pistazienholz

349

Die meiste Zeit liegt dieses Messer in der Küchenschublade, zwischen Zollstock und Streichhölzern, und heraus kommt es für lauter Kleinkram: ein Paket aufschneiden, einen Bleistift anspitzen, die Schnur vom Blumenstrauß kappen. Beim Zuklappen landet der Daumen auf dem Rücken, jedes Mal an derselben Stelle, jedes Mal auf derselben gedrehten Reihe. Aufgefallen ist sie bisher nur einem einzigen Menschen, und zwar dem, der sie ohnehin jeden Tag vor sich hat.

Der Griff darunter besteht aus Pistazienholz, blass und sandgrün, ein Ton, den sonst kein Griffmaterial dieses Hauses mitbringt. Unter dem satinierten Schliff bleibt sie matt und ohne Reflex, damit nichts dem Rücken die Schau stiehlt. Vier gefeilte Stahlflächen rahmen sie ein, zwei an der oberen Kante, zwei an der unteren, denn gebaut ist dieses Laguiole Taschenmesser auf Doppelplatinen und nicht auf einer Platine je Seite.

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Ein Laguiole en Aubrac Taschenmesser mit Doppelplatinen: vier von Hand guillochierte Stahlflächen, eine geschmiedete Biene, eine Klinge aus Edelstahl und ein Griff, an dem die Arbeit sichtbar bleibt.

Das Laguiole Taschenmesser mit Spiralfeder und Griff aus Pistazienholz

Ein einteiliges Modell von Laguiole en Aubrac, hergestellt in Frankreich, allein mit der Klinge und ohne Zweitwerkzeug. Zwischen vier von Hand gefeilten Platinen liegen zwei Schalen aus Pistazienholz, satiniert geschliffen, und über die Feder dazwischen läuft die Spirale. Hinten am Griff sitzt die geschmiedete Biene. Alles Wichtige in Kurzform:

  • Griff: Pistazienholz, satiniert und matt geschliffen.
  • Zeichnung: sandgrüner Grund, schmale dunkle Bahnen.
  • Platinen: doppelt gelegt, jede einzeln gefeilt.
  • Feder: Guillochierung in Spiralform, von Hand.
  • Biene: am Federende geschmiedet, nicht aufgesetzt.
  • Backen: zwei aus Edelstahl, matt wie der Griff.
  • Klinge: Edelstahl in der Yatagan-Silhouette.
  • Innenanschlag: stoppt die Schneide vor dem Federstahl.
  • Montage: einteilig, ohne zweites Werkzeug im Rücken.
  • Herkunft: Pistazie, ein Holz aus kleinen Mengen.
  • Fertigung: in Frankreich, im eigenen Haus gebaut.

Pistazie gibt es immer nur in kurzen Stücken, und für einen Griff müssen zwei davon in Ton und Zeichnung zusammenpassen. Für eine lange Serie reicht das nie, und mehrere Wochen im Jahr steht dieses Modell deshalb gar nicht im Katalog, bis die nächste Lieferung sortiert ist. Ein blasses, seltenes Holz unter einem Dekor, das beim Drehen mitwandert, findet sich an keinem weiteren Stück dieser Reihe. Wer hier zugreift, kauft nach dem, was er sieht, und möchte ein Messer, das im Bekanntenkreis kein zweites Mal auftaucht.

Das Video: Spirale, Platinen und der grüne Grund

Die Kamera beginnt am Griff und fährt langsam über die Schalen, wo der sandgrüne Ton je nach Winkel ins Graue rutscht und die schmalen Bahnen kurz aufblitzen. Dann kippt das Messer, und der Rücken kommt ins Bild: vier ruhige Reihen und dazwischen die Drehung, die der Bewegung folgt. Zuletzt geht die Klinge auf und wieder zu. Wie wenig dieser Schliff dabei zurückwirft, zeigt sich besser als auf jedem Foto.

Viele Stücke gibt dieses Holz nicht her. Ohne den doppelten Aufbau steht der schmale Bau mit einfachen Platinen bereit, wärmer im Ton dieselben Schalen zwischen Messing. Für die Weinflasche ist die Ausführung mit Schnecke gedacht, für den Tisch ein Satz Steakmesser. Den Rest führt die Sammlung zu diesem Holz zusammen.

laguiole messer spiralfeder doppelplatine griff pistazienholz

Unter Griffhölzern ist ein grünlicher Einschlag die Ausnahme, und schon aus einigen Schritten Abstand fällt dieses Modell deshalb aus der Reihe. Der Grund liegt zwischen Sand und einem gedämpften Oliv, je nach Winkel rutscht er ins Graue, und darüber ziehen schmale Bahnen von Creme bis Ockerbraun. Neben satiniertem Stahl ergibt das eine kühle Zusammenstellung. Beide Flächen stehen auf ähnlicher Helligkeit, beide bleiben matt, und darum trennt sie an der Fuge keine harte Kante, sondern allein der Wechsel von Faser zu Metall. Der Rücken wirkt dadurch breiter, als er tatsächlich gebaut ist.

Was diesen Rücken ausmacht, sind vier Stahlflächen anstelle von zweien. Jede zieht über die volle Länge des Griffs, jede geht einzeln unter die Feile, und dazwischen behält die Feder genug Platz, um ein eigenes Muster zu tragen. An ihrem Ende sitzt die Biene, aus demselben Stahl geschmiedet und nicht aufgesetzt. Die Klinge trägt die Yatagan-Silhouette mit der angehobenen Spitze und fällt beim Öffnen hörbar in die Rastung. Klappt sie zurück, hält ein Anschlag im Inneren sie an, kurz bevor der Schliff den Federrücken erreicht. Begrenzt wird das Holz von zwei Backen aus Edelstahl, oben wie unten, im gleichen matten Ton.

Gebraucht wird es wie jedes gute Laguiole. Es teilt Brot am Wegrand, nimmt eine Scheibe vom Schinken, öffnet einen Karton und schält unterwegs eine Frucht. Zugeklappt trägt der Griff so wenig auf, dass eine Jackentasche davon nichts meldet, und deshalb bleibt dieses Stück ein Taschenmesser und kein Ausstellungsobjekt. Dass die Feilarbeit darunter leidet, steht nicht zu befürchten, denn die Kerben sitzen in der Tiefe des Stahls und nicht in einer aufgetragenen Schicht. Was sich im Alltag ansammelt, sind höchstens Spuren am Holz, und die gehören nach einer Weile dazu.

Technische Daten

HerstellerLaguiole en Aubrac
Montageeinteilig, nur Klinge
GriffmaterialPistazienholz
Griffoberflächesatiniert
KlingeEdelstahl 12C27MOD
PlatinenDoppelplatinen, von Hand guillochiert
FederSpiralguillochierung, von Hand
Bienegeschmiedet
Backen2 Backen aus Edelstahl, satiniert
Innenanschlagja, schützt die Schneide beim Schließen
Länge geschlossen12 cm
SKULEA1P12CMAFINOXDPPISPI
GTIN3701078002923

Die Spiralfeder: eine Guillochierung, die der Kurve folgt

Auf einer gewöhnlichen Feder laufen die Kerben quer, eine neben der anderen, alle im selben Winkel. Hier laufen sie um die Feder herum. Die Feile setzt in einer Drehung an und zieht das Muster als Spirale über den Rücken, wodurch sich der Abstand zwischen zwei Kerben mit jedem Zug verändert und nichts sich abzählen lässt. Beim Kippen des Messers wandert das Muster mit, statt still zu stehen. Auf den vier Platinen bleibt die gerade Reihe, gleichmäßig und ruhig, sodass beide Arbeiten auf demselben Rücken nebeneinanderliegen und sich gegenseitig sichtbar machen.

Am Pistazienholz findet das Auge keinen zweiten Takt. Die Bahnen laufen der Länge nach durch, ohne Ringe, ohne Astaugen, ohne eine Stelle, an der etwas anfängt und wieder aufhört. Damit bleibt auf dem ganzen Messer genau ein Rhythmus übrig, und der kommt von der Feile. Auf den Platinen zählt er gerade ab, über der Feder verschiebt er sich mit jeder Windung. Weil der sandgrüne Grund dazu matt bleibt und ungefähr so hell steht wie der satinierte Stahl, entsteht auch kein harter Rand zwischen Holz und Metall. Das Muster liegt frei, und nichts daneben widerspricht ihm.

Pistazienholz: warum ein Obstbaum am Messergriff landet

Am Anfang steht kein Sägewerk, sondern ein Hain. Die Pistazie wächst für ihre Früchte und wird erst ersetzt, wenn die Ernte nachlässt. Das Holz fällt dabei nebenbei an und war für nichts vorgesehen. Groß wird so ein Stamm nie, er windet sich beim Wachsen, und die ersten Zweige sitzen tief, weshalb saubere Abschnitte sich eher finden als einplanen lassen. Für die Werkstatt kehrt sich damit die übliche Reihenfolge um. Ausgesucht wird, was brauchbar ist, statt zugeschnitten, was gebraucht wird, und zwei Schalen müssen in Farbe und Verlauf zueinander finden.

Zu sehen ist am Ende ein sandfarbener Grund mit deutlichem Zug ins Grüne, durchzogen von schmalen Bahnen von Creme bis Rötlichbraun, dazwischen dunkle Linien entlang der Faser. Von Weitem eine ruhige Fläche, aus der Nähe eine Folge von Übergängen, die an den Rändern ineinanderlaufen. Satiniert geschliffen bleibt die Oberfläche trocken und zeigt keine Fingerspuren, was an einem Messer, das gern herumgereicht wird, mehr zählt als Glanz. Später zieht der Ton ins Warme, das Grüne tritt zurück, und ein weiches Tuch hält diesen Wechsel gleichmäßig.

spiral feder
pistazienholz
4,8/5

Basierend auf 12 geprüften Bewertungen

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  1. 4/5 Verifizierte Bewertung

    Die Spirale windet sich über den Rücken wie eine Weinranke, das grünliche Holz passt dazu wie bestellt. Ein stimmigeres Paar habe ich in keiner Auslage gesehen.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Martin L.

  2. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Beim Vesper im Kleingartenverein war die Feder das Thema der Laube. Zwei Vereinskollegen kannten Spiralfedern noch von den Messern ihrer Großväter.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Andreas N.

  3. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Für Brot, Obst und Gartenarbeit im Alltag völlig unempfindlich. Der Schmuck hält den Ernst des Lebens klaglos aus.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Franziska D.

  4. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Pistazienholz in Grün- und Brauntönen, darüber die als Spirale gearbeitete Feder: seltenes Holz trifft seltene Verzierung. Das Messer ist eine doppelte Rarität.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Petra R.

  5. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Nach einem Jahr Gebrauch hat das Pistazienholz Tiefe gewonnen und die Spirale ihren Glanz behalten. Beide Raritäten halten Wort.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Sabine L.

  6. 4/5 Verifizierte Bewertung

    Von meiner Frau zum Sechzigsten bekommen, weil ich Pistazien liebe und Verzierungen heimlich auch. Sie kennt mich besser, als mir lieb ist – die Klinge trägt den Namen meines Vaters, graviert als kleine Verbeugung.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Frank W.

  7. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Mein Onkel, pensionierter Uhrmacher, hat die Spirale mit der Lupe studiert und gebrummt: ordentlich. Aus seinem Mund eine Eloge.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Manuela V.

  8. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Die Klinge kommt fein geschliffen an und arbeitet präzise, die gedrehte Feder gibt satten Druck. Unter dem Schmuck sitzt solide Technik.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Jörg W.

  9. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Als Dank an meinen Steuerberater... nein, im Ernst: an meinen besten Freund, der zufällig Steuerberater ist, zum Fünfzigsten. Er dreht seither jedes Gespräch zur Feder.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Bernd Z.

  10. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Die Windungen sind von Hand nachgezogen, minimal verschieden, absolut lebendig. Solche Federn baut man nicht, man macht sie.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Oliver C.

  11. 4/5 Verifizierte Bewertung

    Grünliches Holz sieht man selten, gedrehte Federn noch seltener, beides zusammen praktisch nie. Genau darum liegt es jetzt bei mir.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Thomas T.

  12. 5/5 Verifizierte Bewertung

    Das Holz schimmert je nach Licht grünlich oder warmbraun, die Spirale glänzt dazwischen. Man dreht das Messer und es erzählt jedes Mal anders.

    Bewertung vom , Erfahrung vom von Cornelia G.

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