Das Rot dieses Griffs kommt aus dem Holz und nicht aus einem Farbbad. Red Heart, im Handel auch als Rotherz geführt, wächst in Mittelamerika und trägt seine Farbe im Kern, wo sie beim Sägen als leuchtendes Karmin ans Licht kommt. Anders als eine Beize durchzieht dieser Ton das ganze Feld, und deshalb bleibt er auch dann erhalten, wenn beim Schleifen der Griffwölbung reichlich Material verschwindet. Neben dem tiefschwarzen Ebenholz wirkt er wärmer und dunkler, als er allein für sich wirken würde, weil das Auge jede Farbe im Verhältnis zu ihrem Nachbarn liest. Legt man dasselbe Rot neben ein helles Holz, kippt der Eindruck sofort ins Grelle.
Gesperrt wird an diesem Messer nichts. Die Rückenfeder hält die Klinge durch ihren Druck offen, und weil keine Arretierung im Griff sitzt, bleibt dieses Modell im deutschen Alltag ein gewöhnliches Taschenmesser. Aufgeklappt wird mit dem Daumen in der Kerbe, dann schwenkt die Yatagan-Klinge heraus, und hinter dem Klingenfuß fällt die Feder mit einem trockenen Laut ein. Der Innenanschlag im Griff fängt die Klinge beim Zuklappen ab, ehe ihre Schneide den Federrücken berührt, und diesem Bauteil verdankt ein solches Messer, dass es nach Jahren noch schneidet.
Der Klingenstahl stammt von Sandvik aus Schweden. Feinkörnig, wie er ist, nimmt er eine schmale Fase an, hält sie lange und lässt sich mit einem einfachen Stein wieder herrichten, wenn es so weit ist. Öl braucht weder die Schneide noch der Griff, und ein trockenes Tuch nach dem Gebrauch ist alles, was an Pflege anfällt. An den Leimfugen des Griffs wäre Öl sogar unerwünscht, weil es dort anders einzieht als in der Fläche. Beigelegt ist ein Echtheitszertifikat mit einer Nummer, die dieses Exemplar in den Büchern der Manufaktur auffindbar macht.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers

Weiches geschlossenes Etui Braun












