Ein Kellnermesser Puzzle Funkenflug neben der Flasche erzählt vom kurzen Moment, in dem ein Wein alles auf einmal zeigt. Der Kork verlässt den Flaschenhals, und ein junger Fleurie schickt Pfingstrose und rote Frucht in einem einzigen Zug nach oben, ehe der Sauerstoff das Bild wieder glättet. Genau diese Entladung hat der Messermacher in das Griffbild übersetzt. Von einem Kern in der Mitte laufen die Holzsplitter strahlenförmig nach außen, in immer neuen Winkeln, sodass der Blick von innen nach außen wandert, so wie sich die Aromen eines Brouilly vom Glasrand her im Raum verteilen.
Anders als eine ruhige Maserung, die nur in eine Richtung verläuft, holt dieses Muster den Blick immer wieder ins Zentrum zurück und wieder hinaus. Damit die vielen Späne so sauber aus der Mitte strahlen, schneidet der Messermacher jedes Teil einzeln zu und setzt es in genau dem Winkel ein, den die Strahlenform vorgibt, ohne festes geometrisches Raster. Der Verbund aus mehreren Essenzen bleibt dabei eng gefügt und überträgt die Drehung der Spirale ohne Spiel, während das satinierte Finish jeder Essenz ihren eigenen Grund lässt und die Übergänge doch zu einem Ganzen bindet. So gewinnt der Griff seine Spannung aus der Bewegung des Musters, nicht aus einem lauten Farbkontrast.
Auf der Tafel bleibt dieses Funkenflug ein Blickfang, der sofort nach der Hand verlangt, die es aufklappt. Sein strahlendes Muster wirkt in Bewegung noch stärker als im Stillstand, denn sobald der Griff sich dreht, springen die Funken im Licht neu auseinander. Über dem Hebel sitzt, wie bei jedem echten Laguiole, die klassische Biene. Wer zu diesem handgefertigten Sommeliermesser greift, erhält kein aufgedrucktes Bild, sondern echtes Holz, dessen strahlender Aufbau sich auf keinem anderen Griff wiederholt, und dazu einen Weinöffner für jenen Augenblick, in dem ein Wein zum ersten Mal atmet.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers















