Schlangenholz zählt zu den schwersten und dichtesten Hölzern der feinen Messerkunst, mit einem Kern, der dichter als Wasser ist. Sein hartes, feines Gefüge und seine Seltenheit machen es zu einem gesuchten Material für Sammlerstücke. Auf diesem Sommelier trifft seine getupfte, warm-rötliche Färbung auf die strenge Geometrie der handgestochenen Torsade: hier das freie, gewachsene Bild des Holzes, dort die exakt gedrehte Spirale des Stahls. Aus dieser Spannung zwischen Zufall und Kontrolle bezieht das Sommeliermesser aus Schlangenholz seinen ganz eigenen Charakter, den ruhigere Griffe so nicht erreichen.
Beim Greifen meldet sich zuerst das Gewicht. Schlangenholz gehört zu den schwersten Essenzen der Reihe, und diese Masse verlagert den Schwerpunkt spürbar in den Griff, was den Zug beim Öffnen ruhig führt. Unter dem Daumen ist die gedrehte Backe deutlich zu ertasten, eine Haptik, die glatte Backen nicht bieten. Auch hier bleibt die Mechanik von Laguiole en Aubrac maßgebend: die konische Spirale greift sauber, der einfache Hebel setzt an, der Kork löst sich in einem ruhigen Zug. Zwei Handwerke, das des Bogenholzes und das des Stichels, treffen sich in einem einzigen Objekt, das für die Dauer gebaut ist.
Ein heller Wein im Glas, das Modell aus Schlangenholz zwischen den Fingern: Auf der Tafel spielt der Griff seine doppelte Herkunft aus. Die warmen Tupfen des Holzes scheinen sich unter dem Licht zu bewegen, während die Spiralen der Backe ihre Reflexe werfen. Das gewachsene Bild und die gedrehte Gravur erzählen im selben Augenblick zwei Geschichten, und der glänzende Schliff hält beide in einem tiefen Ton zusammen. Wer zu diesem handgefertigten Weinöffner greift, wählt kein beliebiges Werkzeug, sondern ein seltenes Holz unter einer von Hand gestochenen Signatur.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers



















