Ein Weinstock wird nach dreißig oder mehr Jahren im Ertrag gerodet, und genau dieser Stamm beginnt als Griff ein zweites Leben. Jahre des Schnitts, der Lese, der Fröste und der Sommerhitze haben sich in seine Knoten und Narben eingeschrieben. Nach der Rodung trocknet das Holz mehrere Jahre, wird von Hand verlesen und vom Messermacher gedreht, der mit den Unregelmäßigkeiten arbeitet, denn keine Rebe ist gerade gewachsen. Auf diesem Sommeliermesser aus Weinrebenholz empfängt der warme, knotige Griff das höchste Maß an Handarbeit: gemeißelte Backen, guillochierte Feder, gefeilte Platinen und gravierte Klinge.
Wer dieses Kellnermesser aus Rebholz führt, spürt unter den Fingern die Widerstandskraft eines Holzes, das viele Jahreszeiten überstanden hat. Mit festem Zug hebt der Mechanismus den trockenen Korken alter Jahrgänge aus dem Hals, die konische Wendel greift ruhig, die gravierte Klinge öffnet die Kapsel. Die Geste, die entkorkt, und das Holz, das die Hand führt, erzählen dieselbe Geschichte des Weinguts, nur um einige Jahrzehnte versetzt. So schließt sich ein Kreis, der einst am Weinstock begann und nun am gefüllten Glas seinen Abschluss findet.
Jeder Weinstock ist anders, und der Fuß eines Bordeaux-Merlots, eines Rhône-Grenaches oder eines Beaujolais-Gamays ergibt nie denselben Griff. Knoten und Narben, dazu die Verteilung der Töne, wechseln von Pflanze zu Pflanze, sodass jedes Sommeliermesser ein einzigartiges Stück wird, das sich so kein zweites Mal wiederholt. Die gemeißelten Backen und das rundum bearbeitete Metall vollenden diesen besonderen Griff. Für den Winzer, der einen Weinöffner nach seinem Bild sucht, für den Weinhändler und den Sammler wird dieses handgefertigte Kellnermesser aus Weinrebenholz rasch zum kostbarsten Stück des Kellers. In Frankreich entsteht jedes Exemplar einzeln von Hand.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers















