Matt bleibt an diesem Modell alles. Der Edelstahl an den Enden trägt denselben feinen Schliff wie das Olivenholz dazwischen, beide Flächen nehmen das Licht gleich an, und darum blitzt nirgends etwas auf. Dieselbe Maserung gibt es im Sortiment auch auf Glanz gebracht und von Messing eingefasst, wo sie warm leuchtet und den Blick festhält, dazu an einem breiteren Griff mit doppelt gelegten Platinen. Hier läuft es andersherum. Zwischen Holz und Feder liegt auf jeder Seite eine einzige Platine, mehr Stahl kommt in den Schaft nicht hinein. Schmal fällt der Griff deshalb aus, das ganze Messer bleibt leicht, und wer es in die Manteltasche steckt, spürt beim Gehen keinen Ballast. Mitgenommen wird es am Morgen, und bis zur ersten Flasche denkt niemand mehr daran.
Über den Rücken zieht eine Reihe von Kerben, eine nach der anderen mit der Feile gesetzt und keine davon gepresst. Geführt wird sie über die volle Länge der Feder und hinunter bis unter die Schnecke, also über ein Stück, das hinter dem Holz bleibt, solange der Korkenzieher eingeklappt ruht. Bearbeitet wird dieser Abschnitt trotzdem, denn ein Muster, das auf halber Strecke aufhört, wäre keines. Am Tisch fängt die Arbeit mit der Klinge an, einmal rundum unter dem Wulst, damit die Kapsel abgeht. Danach schwenkt die Spirale aus dem Rücken, setzt in der Mitte des Korkens an und dreht sich hinein, bis die unterste Windung darin sitzt. Als Weinöffner bietet dieses Modell keinen Hebel an, der die Kraft übernimmt, und keine Mechanik, die irgendwann klemmt. Gezogen wird gleichmäßig, dann löst sich der Kork am Stück.
An Kopf und Fuß fasst je eine Backe aus Edelstahl das Holz ein. Verschweißt mit den Platinen fangen die beiden Enden ab, was beim Tragen dagegenkommt: das Kleingeld im selben Fach, die Zarge der Schublade, der Fall auf den Steinboden der Terrasse. Olivenholz steckt das ohnehin gut weg, denn es zählt zu den dichtesten Hölzern Europas, nimmt kaum Feuchtigkeit auf und verzeiht eine harte Kante besser als ein weiches Holz. Der satinierte Schliff spielt mit hinein, weil auf einer matten Fläche kein Fingerabdruck stehen bleibt und ein feiner Kratzer sich zwischen den dunklen Adern verliert, statt als heller Strich zu bleiben. Das hintere Ende trägt die geschmiedete Biene, in der linken Schale liegt das Hirtenkreuz, und beim Zuklappen hält ein verdeckter Anschlag die Schneide vom Federstahl fern.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers













