Am Tisch läuft das in zwei Schritten ab. Zuerst kommt die Klinge, die unter dem Wulst des Flaschenhalses einmal rundum durch die Kapsel fährt, sodass sich der Deckel abheben lässt und der Korken frei liegt. Dann klappt die Klinge zurück und die Schnecke heraus. Angesetzt wird mittig, dann dreht der Korkenzieher mit ruhiger Bewegung ein, bis alle Windungen im Korken stecken, und erst danach folgt ein gerader Zug aus dem Handgelenk. Als Weinöffner braucht dieses Modell keinen Hebel, sondern Fläche in der Faust, und die liefert der verbreiterte Griff. Herausgezogen wird er in einem Stück, ohne in der Mitte abzureißen.
Doppelplatinen heißt zwei Platinen auf jeder Seite der Feder statt einer. Der Griffkörper wird dadurch breiter, und für die Guillochierung entstehen vier Flächen statt zwei. Gefeilt wird jede einzeln, Zug um Zug, danach die Feder, und die Reihe endet erst unter der Schnecke, wo sie nur bei ausgeklapptem Korkenzieher zu sehen ist. Auf dem dunklen Rebholz liegt dieser helle Rücken aus Stahl wie ein aufgesetztes Band. Zwei Backen aus Edelstahl fassen die Enden, im Inneren nimmt ein Anschlag die Klinge auf, bevor die Schneide gegen die Feder läuft, und links steht das Hirtenkreuz im Holz.
Kein zweiter Griff aus diesem Holz sieht aus wie dieser. Der Stock wächst in alle Richtungen zugleich, die Fasern brechen ab und setzen versetzt neu an, und was davon auf der Schale landet, hängt vom Zentimeter ab, an dem gesägt wurde. Mal steht ein schwarzer Knoten mitten in der Fläche, mal zieht eine hellere, fast goldene Bahn von der Backe bis zum Griffende. Genau darum landet dieses Messer meist bei denen, die selbst Flaschen einlagern und beim Etikett zuerst auf die Lage schauen. Im Keller wie am Gartentisch ist es dann immer schon dabei, lange bevor jemand nach einem Öffner fragt.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers













