Am Abend liegt dieses Messer meist längst auf dem Tisch, bevor es gebraucht wird. Zwischen Brettchen, Gläsern und einer Kerze fällt der polierte Griff auf, weil er das Licht anders zurückgibt als alles andere auf der Decke, das Holz in tiefem Rotbraun, das Metall an den Enden in warmem Gelb. Kommt die Flasche, fährt die Klinge zuerst rundum unter den Wulst am Flaschenhals, damit die Kapsel abhebt. Dann klappt sie zurück, die Schnecke dreht heraus, und als Weinöffner verlangt dieses Modell nichts weiter als eine ruhige Drehung und einen geraden Zug. Danach bleibt es liegen und schneidet Brot, Wurst und den Käse, der nach dem Wein noch kommt.
Gebaut ist der Griff aus wenigen Teilen, die alle sichtbar bleiben. Zwei Messingbacken schließen ihn oben und unten ab, dazwischen laufen einfache Platinen aus demselben Metall, sodass der Rücken über die volle Länge gelb bleibt. Die Feder darunter besteht aus Edelstahl und ist von Hand guillochiert, und die Reihe der Kerben hört erst unter der Schnecke auf, sichtbar allein bei herausgedrehtem Korkenzieher. Am hinteren Ende sitzt die massiv geschmiedete Biene, das Hirtenkreuz steht in der linken Schale. Ein Anschlag im Griffinneren nimmt die Klinge auf, bevor die Schneide ansetzt. Die Kante zwischen Holz und Metall ist bündig überschliffen, sodass beim Darüberfahren kein Absatz zu spüren ist.
Verschenkt wird dieses Modell oft an Leute, die beruflich oder privat mit Wein zu tun haben. An den Winzer, bei dem jedes Jahr abgeholt wird, an den Gastgeber, der die Karte auswendig kennt, an jemanden, der im Keller nach Jahrgängen sortiert. Rebholz trifft dort einen Nerv, weil es aus derselben Welt stammt, und der Glanz mit dem gelben Metall hebt das Messer aus der bloßen Anspielung heraus. Ein Name lässt sich kostenlos in die Klinge gravieren, was aus dem Geschenk ein Stück macht, das den Alltag über Jahre begleitet.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers













