Ebenholz ist das Kernholz tropischer Diospyros-Arten, und es braucht Jahrzehnte, bis dieser Kern überhaupt schwarz wird. Nur ein schmaler Teil des Stamms färbt sich durch, der helle Rest fällt beim Zuschnitt weg, was den Preis des Holzes seit dem Mittelalter bestimmt. Der Instrumentenbau greift bis heute darauf zurück, für Griffbretter, Klaviaturen und Wirbel, weil das Material hart ist, kaum arbeitet und eine Oberfläche annimmt, die glatt bleibt. Dazu kommt eine Dichte, die keinen Auftrieb mehr lässt: Ebenholz sinkt, statt zu schwimmen. Gehandelt wird es bis heute in kleinen Kanteln statt in Brettern, weshalb daraus eher Griffe entstehen als Möbel.
Beim Polieren zeigt sich, warum dieses Holz an eine Damastklinge passt. Es hat kaum offene Poren und nimmt deshalb einen Glanz an, für den andere Hölzer eine Lackschicht bräuchten. Schwarz verzeiht dabei nichts, denn jede Welle im Schliff bliebe auf dieser Fläche sichtbar, während sie auf einem gemaserten Holz einfach untergehen würde. Entsprechend spät ist ein solcher Griff fertig. Aus demselben Grund kommt die Guillochierung hier klarer heraus als auf hellem Holz, denn ihre feine Linie steht auf einem Grund, der ihr keine eigene Zeichnung entgegensetzt.
Auffallen soll dieses Messer nicht. Die geöffnete Klinge steht fest in der Rastung der Rückenfeder, die Yatagan-Form gibt ihr eine schmale Spitze, und geschlossen verschwindet dieses Damast-Taschenmesser in der Jackentasche, ohne aufzutragen. Ebenholz bleibt bei Temperaturwechseln und wechselnder Luftfeuchte maßhaltig, es hält über Jahre, ohne stumpf oder fleckig zu werden. Fingerabdrücke setzen sich auf der polierten Fläche zwar ab, ein Zug mit einem trockenen Tuch nimmt sie aber ohne Rückstand wieder weg. Am Schreibtisch, im Rucksack oder in der Manteltasche fällt es kaum auf, bis es gebraucht wird.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers














