Es gibt Käufer, die zuerst das Tier am Federende aussuchen und danach überlegen, welches Holz darunter passen soll. Für die ist eine nummerierte Biene gemacht. Beim Griff bleibt dann weniger zu wählen, als es aussieht. Der Wacholderstrauch treibt seine Äste tief und dicht, und jeder von ihnen hinterlässt im Holz ein Astauge, an dem die Faser quer zum übrigen Verlauf steht, härter und stärker mit Harz gefüllt. Auf einer einzelnen Schale sitzen davon meist zwei oder drei, gelegentlich nur ein einziges. Der Schliff muss darüber hinweggehen, ohne eine Mulde zu hinterlassen, denn beide Schalen eines Messers sollen am Ende in einer Ebene liegen, obwohl das Werkzeug unterwegs mehrfach den Widerstand wechselt. Wo die Astaugen sitzen, bestimmt dabei der Abschnitt und nicht die Werkbank.
Unter den Hölzern dieser Reihe ist Wacholder das unruhigste. Auf hellem Grund sitzen dunkle Astaugen mit ihren engen Faserkränzen, dazwischen feine Risse, die zum Bild dieses Materials gehören. Beide Schalen werden nacheinander vom selben Abschnitt gesägt, sodass sie im Ton zusammengehen, während die Astaugen auf jeder Seite anders stehen. Der Stahl bildet dazu den ruhigen Gegenpart: satinierte Backen, satinierte Platinen, dieselbe matte Helligkeit auf beiden Werkstoffen, sodass die gefeilte Reihe nicht gegen einen Glanzpunkt ankommen muss.
Zum Werkzeug fehlt diesem Modell nichts. Die Klinge trägt die Yatagan-Form der Manufaktur, öffnet mit einem klaren Anschlag und steht danach ohne Spiel. Beim Schließen fängt ein verdeckter Anschlag im Griff die Schneide ab, bevor sie den Federrücken erreicht. Für den Wacholder gilt, was für jedes harzhaltige Holz gilt: nach dem Gebrauch trocken abreiben, keine Nässe stehen lassen und auf Öl verzichten. Der Duft bleibt darunter erhalten, weil der satinierte Schliff die Faser glättet, ohne eine Schicht darüberzulegen.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers













