Ein Kellnermesser aus Mammut-Elfenbein gehört an eine Tafel, an der ein blanker Burgunder ausgeschenkt wird, ein Pouilly oder ein Saint-Véran ohne Holz, dessen Klarheit nichts verdeckt. Das cremeweiße Elfenbein aus dem Herzstück des Stoßzahns folgt genau diesem Register: Es braucht keinen Schmuck, um zu wirken, und gerade seine Nacktheit macht die Ruhe des Griffs aus. Der Ton bleibt gleichmäßig und zugleich hell und warm, und ein Fossil aus zehntausend Jahren sibirischem Permafrost gibt ihm eine stille Tiefe, die kein junges Material nachstellt. Reiner Wein und reines Material begegnen sich hier ohne Umweg, im selben klaren Auftritt, den weder das eine noch das andere durch Zierat verstellt und der ganz vom Werkstoff getragen bleibt.
In der Hand überrascht das Elfenbein durch seine eigene Temperatur, wärmer als Stein und kühler als Holz, mit einer Textur, die der Schliff beinahe seidig gemacht hat. Die Oberfläche bleibt völlig glatt und doch nicht rutschig, denn das Elfenbein hält die Finger mit einer leisen Weichheit, die dem Zug am Weinöffner eine besondere Ruhe schenkt. Kippt der Griff ins Kerzenlicht, wandern die Schreger-Linien über die Fläche, jenes uralte Kreuzmuster, das beim Wachstum der Stoßzahnwand entstanden ist und beim Polieren nur freigelegt, nie verändert wurde.
Wer dieses helle Sommeliermesser verschenkt, reicht das älteste Material weiter, das je an einen Weinöffner kam, und doch das schlichteste in seinem Ausdruck. In Frankreich fügt Laguiole en Aubrac jede Schale von Hand, prüft sie einzeln und setzt über dem Hebel die klassische Biene, an der ein echtes Laguiole kenntlich wird. So entkorkt der Beschenkte eine Flasche nach der anderen mit einem Griff, dessen cremeweiße Ruhe zu jedem reinen Weißwein passt und dessen Schreger-Linien sich erst dem zeigen, der ihn langsam ins Licht dreht.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers

Laguiole en Aubrac - Gürteletui - schwarzes Leder














