Das Holz für diesen Griff stammt vom untersten Teil eines Stocks, dort, wo er über die Jahrzehnte am dicksten wird. Eine gerade Faser gibt es an dieser Stelle nicht. Die Richtung kippt auf kurzer Strecke immer wieder, helle Zonen laufen in ein tiefes Rotbraun hinein, und dazwischen sitzen dunkle Augen, wo einmal eine Rute abging. Unter der Politur wirkt dieses Durcheinander geordneter als am rohen Abschnitt, weil die geschlossene Fläche die Übergänge weicher zeichnet. Zwei gleiche Griffe kommen dabei trotzdem nicht zustande, nicht einmal aus einem einzigen Rohling.
Der Aufbau bleibt überschaubar, was bei diesem Modell die Absicht ist. Zwei Backen aus Messing schließen den Griff an beiden Enden ab, die Platinen darunter bestehen aus demselben Metall und sind einfach ausgeführt, eine je Seite. Die Feder aus Edelstahl trägt eine Guillochierung von Hand, Kerbe neben Kerbe, und läuft hinten in die geschmiedete Biene aus. Das Hirtenkreuz sitzt eingelegt in der linken Griffschale. Die Klinge trägt die geschwungene Yatagan-Linie und rastet beim Öffnen mit einem trockenen Laut ein. Geht sie zurück in den Griff, bremst ein Anschlag im Inneren sie rechtzeitig, sodass die Schneide die Feder gar nicht berührt.
Im Gebrauch nimmt dieses Messer die Ecken mit, die ein Arbeitstag so hergibt. Es liegt auf einer Werkbank zwischen Spänen, es fällt auf die Ladefläche, es wandert mit staubigen Fingern zurück in die Tasche. Messing an den beiden Enden ist dabei kein Zierrat, denn dort setzt ein zugeklapptes Messer zuerst auf, und ein Beschlag aus vollem Metall steckt das weg. Das Rebholz dazwischen bleibt unempfindlich gegen alles, was an einer Hand haftet, solange kein Wasser darauf stehen bleibt. Am Abend reicht ein Wisch mit einem trockenen Lappen.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers













