Auf einem schmalen Griff wirkt Pistazienholz anders als auf einer Schale oder einem Brett. Die hellen Felder bekommen wenig Platz, und gerade deshalb fällt jeder Wechsel auf: ein grüner Ton, der beim Drehen ins Graue kippt, daneben rötlich braune Bahnen, dazwischen dünne dunkle Linien, die dem Verlauf der Faser folgen. In der Werkstatt werden die beiden Schalen deshalb paarweise aus demselben Abschnitt gesägt und so ausgerichtet, dass die Zeichnung über beide Griffseiten in dieselbe Richtung läuft. Wo das Holz zu unruhig steht oder ein Ast quer sitzt, wandert das Stück zurück in die Kiste.
Zwischen den Schalen sitzt ein Gerüst aus Stahl, das mehr Fläche beansprucht als bei einem einfach gebauten Klappmesser. Doppelplatinen heißt zwei Platinen je Seite, insgesamt vier, und auf jeder davon liegt eine von Hand gefeilte Reihe. Der Takt läuft über die Feder weiter und hört erst unter der Schnecke auf. Weil das Holz satiniert bleibt und kaum Licht zurückwirft, hat dieses Muster freie Bahn: Der Stahl setzt die hellen Punkte, das Holz hält den Grund ruhig, und die beiden Backen aus Edelstahl ziehen an den Enden eine saubere Kante. Beim Schließen fängt ein Anschlag im Inneren die Klinge ab, bevor die Schneide die Feder berührt, und links trägt die Schale das Hirtenkreuz.
Im Gebrauch ist das ein Messer für die halbe Stunde vor dem Essen. Die Klinge teilt einen Laib, schneidet Wurst vom Stück und schält einen Apfel, danach kommt der Korkenzieher an die Reihe, dessen Spirale mittig in den Korken fasst und ihn in einem Zug hebt. Als Weinöffner braucht dieses Modell keine Hebelarme, sondern Zug aus dem Handgelenk, und der verbreiterte Griff bietet dafür genug zum Anfassen. Danach klappt beides in den Griff zurück, das Messer wandert in die Hosentasche, und beim nächsten Halt am Wegrand liegt es wieder bereit.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers

Weiches geschlossenes Etui Schwarz














