Mammut-Elfenbein stammt aus den Stoßzähnen eines Tieres, das vor dem Ende der letzten Kaltzeit über die nördliche Steppe zog. Der Zahn wuchs in ineinandergeschobenen Kegeln aus Dentin, Jahr für Jahr ein neuer, und genau diese Bauweise erzeugt beim Anschnitt das charakteristische Kreuzmuster. Farblich reicht das Material von einem kühlen gebrochenen Weiß über Elfenbein bis zu einem satten Creme, bei manchen Stücken mit einem Hauch Ocker an den Rändern, den die Lagerung im Boden hinterlassen hat. Weil das Wollhaarmammut ausgestorben ist, unterliegt sein fossiles Elfenbein nicht den Handelsverboten, die für Elefantenelfenbein gelten.
Der Bau mit Doppelplatinen macht aus dem Messer ein Stück, an dem beinahe jede Fläche bearbeitet ist. Zwischen den beiden Platinenpaaren liegt die Feder, was den Körper füllig macht und dem Messermacher die doppelte Fläche unter die Feile gibt. Auf ihnen, auf der Feder und auf dem Klingenrücken zieht er die Kerben von Hand, in einem Muster, das er beim Beginn eines Stücks festlegt und über den ganzen Griff durchhält. Auf hochglänzend poliertem Stahl tritt jede dieser Kerben scharf hervor, weil sich das Licht an ihren Kanten bricht, während die Fläche daneben spiegelt. Neben dem hellen Elfenbein bleibt das Bild trotzdem ruhig, denn beide Werkstoffe arbeiten mit derselben Helligkeit.
Ein fossiler Griff verlangt etwas Umsicht: kein Sturz auf Stein, keine Spülmaschine, kein langes Wasserbad. Wird das beachtet, bleibt das Stück über Jahre ein verlässlicher Begleiter, und das Elfenbein nimmt dabei eine ganz leichte, wärmere Tönung an, die erst im Vergleich mit einem neuen Griff auffällt. Auf der Klinge liegt das einzige Muster dieses Messers, das aus dem Feuer kommt, aus Lagen, die verschweißt und unter dem Hammer verzogen wurden, bis der Schliff sie freilegte. Beim Benutzen merkt man davon nichts als einen sehr sauberen Schnitt, und genau so soll es sein.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers














