Ein klassisches Laguiole ist flach gebaut, und dafür gibt es gute Gründe: So verschwindet es in einer Hosentasche und drückt dort nicht. Beim Zerlegen einer Wurst oder eines Käses zeigt sich die Kehrseite. Eine schmale Schale endet an beiden Seiten in einer Kante, und diese Kante liegt genau dort, wo die Finger sich schließen. Wer sein Messer nur zum Öffnen eines Pakets herausholt, merkt davon nichts. Wer damit eine Stunde lang bei Tisch arbeitet, sehr wohl. Der Dodu setzt an dieser Stelle an. Die Schale ist stärker aufgebaut und über ihre ganze Breite gerundet, sodass die Finger auf einen Körper treffen statt auf zwei Kanten. Für große Hände ist das der eigentliche Kaufgrund.
Die Wölbung ändert auch, wie die beiden Werkstoffe gelesen werden. Auf einem flachen Griff lägen Schwarz und Creme als zwei Streifen nebeneinander, beide gleich hell beleuchtet. Hier bekommt jede Hälfte eine eigene gekrümmte Fläche, die sich vom Betrachter wegdreht, und deshalb steht immer nur eine der beiden voll im Licht, während die andere schräg wegkippt. Eine Vierteldrehung, und das Verhältnis kehrt sich um. Vorn sitzt eine einzige Klinge aus Edelstahl, geschnitten nach der Yatagan-Kontur des Hauses, sie fällt beim Öffnen hörbar in ihre Stellung und steht ohne Spiel, und beim Zuklappen fängt ein Anschlag im Inneren sie ab, ehe die Schneide den Federrücken erreicht.
Hochglanz auf einer Rundung verlangt mehr Aufmerksamkeit als eine ebene Fläche. Der Lichtsaum sammelt sich auf dem höchsten Punkt der Wölbung, und das ist genau die Stelle, auf der auch der Daumen liegt, weshalb jeder Abdruck dort zuerst auffällt. Ein trockenes Tuch nimmt ihn weg, Öl und Wachs haben auf beiden Werkstoffen nichts zu suchen. Aus demselben Grund gehört es eher in den mitgelieferten Beutel als zwischen Schlüssel. Dazu kommt ein nummeriertes Zertifikat, das nur für dieses Messer gilt. Die Gravur in der Klinge ist kostenlos.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers















