Zwei Platinen je Seite statt einer, daraus ergibt sich der breite Rücken dieses Modells. Vier schmale Stahlflächen ziehen über die volle Länge des Griffs, zwei oben, zwei unten, und jede trägt ihre eigene Reihe aus Kerben. Erst das gibt der Feile den Platz, den sie für eine Arbeit dieses Umfangs braucht, denn ein einfacher Aufbau böte ihr nur die Hälfte davon. Zwischen den geraden Reihen liegt die Feder mit ihrem gedrehten Muster, und weil beides unmittelbar nebeneinander sitzt, liest sich die eine Arbeit an der anderen ab. Oben und unten schließen zwei Backen aus Edelstahl den Griff ab, matt geschliffen wie das Holz.
Alles, was hier nach Dekor aussieht, stammt von einem Werkzeug, das ein Mensch führt. Der Messerschmied setzt die Feile an, zieht durch, versetzt sie um die Breite einer Kerbe und beginnt von vorn, über vier Flächen und über den Rücken der Feder. Eine Vorlage dafür gibt es nicht. Jede Werkstatt hat ihre eigene Führung, ihren eigenen Winkel, ihr eigenes Maß, und ein geübtes Auge erkennt daran, aus welcher Hand ein Stück kommt. Zwei Exemplare nebeneinander tragen darum verwandte Rücken, die trotzdem nie deckungsgleich ausfallen. Bei der Spirale fällt das noch deutlicher auf als bei der Reihe, weil sich in ihr kein Abstand wiederholt.
Zum Ansehen allein ist es trotzdem nicht gebaut. Geschnitten ist die Klinge nach der Yatagan-Form, schmal und am Rücken sanft gebogen, und beim Öffnen rastet sie hörbar ein. Zugeklappt berührt die Schneide den Federrücken nicht, dafür sorgt ein Anschlag im Inneren des Griffs, was dem Schliff über die Jahre zugutekommt. Am Käse, an einer Wurst, an einer Birne nach dem Essen tut dieses Laguiole genau das, wofür ein Taschenmesser gebaut wird. Danach kommt es zurück auf den Tisch, meist mit dem Rücken nach oben, weil es von dieser Seite am meisten hergibt.
Handgefertigt im Aveyron, der Heimat des Laguiole-Messers













